Kein Land

Wer sich wirtschaftlich auf eigene Beine stellen möchte, braucht es nicht nur Ideen und viel Arbeit sondern vor allem Geld und Produktionsmittel. Beides ist für Frauen in Entwicklungs- und Schwellenländern häufig sehr schwer zu bekommen. Denn noch immer sind Boden, Kredite und Produktionsmittel überwiegend fest in Männerhand und für viele Frauen ist es schwer bis unmöglich an landwirtschaftliche Ressourcen zu gelangen. So besitzen Frauen momentan weniger als zwei Prozent des Ackerlandes. Dabei bedingt eine Ausgrenzung mitunter die andere. Wer einen Kredit beantragt, muss die gewünschte Summe mit Sicherheiten wie Bodeneigentum aufwiegen. Weil Bäuerinnen kaum Land besitzen wird ihnen seltener Geld geliehen, das sie aber für Samen, Dünge- oder Pflanzenschutzmittel bräuchten. Weil viele außerdem keiner Kooperative angehören, kommen sie kaum in den Genuss staatlich subventionierter Produktionsmittel.

Wenn Landtitel vergeben werden, gehen diese auch weiterhin fast ausschließlich an Männer und häufig ist für deren Ehefrauen nicht einmal ein anteiliges Besitzrecht vorgesehen. Längst sind diese Traditionen und Rechtsverhältnisse nicht nur einfach altmodisch und benachteiligend sondern gehen an den Lebensrealitäten vorbei: Immer mehr Männer sind gezwungen, sich als Wanderarbeiter zu verdingen. Sie lassen Familien zurück, in denen die Frau das Sagen hat. In Afrika südlich der Sahara betrifft das Schätzungen zufolge heute mehr als ein Drittel aller Haushalte. Wegen ihres eingeschränkten Zugangs zu Ressourcen misslingt es den meisten dieser alleinversorgenden Frauen jedoch, die fehlende männliche Arbeitskraft auszugleichen. Stattdessen sinken die Ernteerträge oder die Bäuerinnen stellen ihren Anbau auf Feldfrüchte um, die zwar pflegeleichter, aber auch weniger nahrhaft sind.