Fairer Handel hilft

Gesellschaften bestehen stets aus Männern und Frauen, die Frage ist nur, welche Rollen den Geschlechtern zugewiesen werden. Noch immer besteht die gewaltige, ungerechte Diskrepanz zwischen der Bedeutung der Frauen für die Gesellschaften und ihren Möglichkeiten, diese Gesellschaften zu gestalten und zu verändern. Dabei gibt es keinen Zweifel daran, dass sich Armut und ihre Folgen für Menschen und Staaten auf Dauer nur wirksam bekämpfen lassen, wenn die Frauen gestärkt werden. Im Fairen Handel, der sich zu in jeder Hinsicht gerechtem Wirtschaften bekennt, wird dies seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert.

Dabei sind es im Grunde einfache Regeln, von denen Frauen im Fairen Handel profitieren: So verpflichten sich von der landwirtschaftlichen Genossenschaft über die Plantagen bis hin zu handwerklichen Betrieben alle Produzenten des Fairen Handels dazu, Frauen gleichberechtigt zu behandeln. Das beginnt mit der Auszahlung gerechter Löhne und dem selbstverständlichen Zugang zu Entscheidungsgremien und Selbstorganisationen. Geht es um die Vergabe von Pachtlizenzen oder Landtiteln, haben Frauen die gleichen Möglichkeiten, wie Männer. Darüber hinaus erhalten sie wie Männer Zugang zu Krediten, um ihren eigenen Betrieb gründen oder sich besser mit Produktionsmitteln ausstatten zu können.

Wirksame Maßnahmen des Arbeitsschutzes sind in den Partnerorganisationen des Fairen Handels ebenso verpflichtend, wie die medizinische Versorgung der Angestellten und ihrer Familien. Diese Regeln gelten für alle, sind aber vor allem für Frauen und Kinder eine gewaltige Verbesserung. Mutterschutz und medizinische Betreuung in der Schwangerschaft helfen ihnen unmittelbar. Wirksame Arbeitsschutzmaßnahmen tragen dazu bei, dass sie selbst, ihre Kinder und ihre Ehemänner weniger gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind. Das bedeutet im einfachsten Fall mehr Lebensqualität und im Extremfall, dass die Arbeitskraft der Erwachsenen erhalten und der zusätzliche Aufwand zur Pflege von Angehörigen gering bleibt.

Im Fairen Handel erhalten die Produzentengemeinschaften stets eine so genannte Fairtrade-Prämie, die sie für gemeinschaftliche Projekte einsetzen können. Auch auf diese Weise verbessert sich die Lebenssituation der Frauen oft entscheidend: Wo ein Brunnen im Dorf gebaut wird, wird die Mühsal des Wasserholens weniger. Wo eine Straße gebaut wird, wird der Weg zum Markt einfacher. Wo Dörfer Schulen und Kindergärten einrichten, sind Bildung und Betreuung in der Nähe gesichert.

Aus- und Weiterbildungsangebote sind in den Partnerprojekten des Fairen Handels ebenfalls an der Tagesordnung. Das stärkt die Kompetenzen aller Arbeiterinnen und Arbeiter, qualifiziert für lohnendere Tätigkeiten und gibt nicht zuletzt Selbstvertrauen. Auf diese Weise gelingt es auch vielen Frauen, ihren Aufstieg zu organisieren. Häufig werden neben den auf die Arbeit bezogenen Schulungen auch Angebote zur Organisation des Alltags gemacht. Gerade in Projekten, die vor allem Frauen beschäftigen, sind Aufklärung zu Sexualität und Familienplanung, Hygiene und Ernährung oder auch Frauenrechte weit verbreitet.

Auch die im Fairen Handel gängige Umstellung der Felder auf ökologischen Anbau kann insbesondere Frauen entgegenkommen. Zum einen lässt sich mit zertifizierter Bio-Ware mehr Geld verdienen. Zum anderen macht der ökologische Anbau unabhängiger von teuren Produktionsmitteln wie Kunstdünger oder Pestiziden. Das spart Geld und kann Benachteiligungen von Frauen beim Zugang zu Agrar-Ressourcen ausgleichen.

Das System des Fairen Handels lebt von besonderen Rechten und Pflichten für alle Beteiligten. Zusätzlich zu den sowieso verpflichtenden Maßnahmen, etablieren viele Fairtrade-Partner noch eigene Angebote zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter, Produzenten und ihrer Familien.  

Zum Beispiel: Kakao aus Peru

Zum Beispiel: Sportbälle aus Pakistan

Zum Beispiel: Blumen

Zum Beispiel: Kunsthandwerk

Zum Beispiel: Besondere Papiere