Zum Beispiel: Kunsthandwerk

In Weltläden und spezialisierten Versandhäusern bestechen zahlreiche kunsthandwerkliche Stücke durch ihren Charakter, besondere Materialien und ihre Schönheit. Wo Kunsthandwerker unter den Bedingungen des Fairen Handels arbeiten können, bleiben traditionelle Techniken erhalten und können Menschen in ihrer vertrauten Umgebung einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. Viele faire Projekte geben insbesondere Frauen die Möglichkeit, zum Familieneinkommen beizutragen.

So machen etwa seit einiger Zeit Tragetaschen, Schuhe und Regenjacken auf sich aufmerksam, die aus gebrauchten Plastiktüten hergestellt wurden. Urheber sind die Mitarbeiter der indischen Umweltorganisation Conserve India, in der vor allem Frauen arbeiten. Sie finden dort, unabhängig von ihrer Kastenzugehörigkeit oder Familienstand Sicherheit, Weiterbildung und ein Auskommen für sich und ihre Kinder.

Das südindische Projekt Assisi Garment Apparels fördert ganz gezielt Mädchen und Frauen, die blind, taubstumm, lepra-krank oder anderweitig besonders benachteiligt sind. Sie erhalten eine Schul- und Ausbildung, mit de sie sich ein eigenständiges Berufsleben in der Textilbranche aufbauen können. Dabei verarbeiten die heute 300 Mitarbeiterinnen bei Assisi ausschließlich indische Bio-Baumwolle, die in indischen Betrieben zu Stoffen gewebt wurde.

Wie in Indien so haben auch in Bangladesch Witwen, Geschiedene und Alleinerziehende Frauen einen besonders schweren Stand in der Gesellschaft. Die Firma USHA, eine Vermarktungsorganisation für traditionelle Handwerkskunst, gibt insbesondere ihnen die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes, würdiges Leben zu führen. Wie alle Mitglieder erhalten auch die Frauen neben einem verlässlichen Einkommen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Kleinkrediten und Weiterbildungsmöglichkeiten. Zum Ausbildungsprogramm gehören oftmals neben dem Unterricht in Lesen und Schreiben auch die Vermittlung von Markt- und handwerklichen Kenntnissen sowie Schulungen zu Themen der Hygiene, Familienplanung, Gesundheit und Umwelt.