Religiöser Fundamentalismus

Der Bombenanschlag, der in der Silvesternacht 2010/2011 die koptische Kirche in Alexandria zerstörte und mehr als 20 Menschen tötete, brachte blutig in Erinnerung, was schon lange bekannt ist: Religiöser Fundamentalismus und islamistischer Terror haben auch in Nordafrika eine Heimat gefunden. Schon lange warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in bestimmte Regionen Algeriens, Marokkos und Lybiens; insgesamt wachse die Gefahr islamistischer Anschläge in allen nordafrikanischen Staaten. Das Gedankengut und die Angst, die religiöse Fundamentalisten und terroristische Organisationen wie „Al-Quaida im Maghreb“ verbreiten, machen das Leben dort weniger frei und gefährdet die wirtschaftlichen und politischen Grundlagen der Staaten. Die Staaten Nordafrikas haben vieles gemeinsam, sind aber dennoch überraschend verschieden. Schon die Vielfalt von Regierungsformen und die sehr unterschiedliche wirtschaftliche Situation geben Anlass, sie nicht als homogenen Block „Nordafrika“ zu sehen. Tunesien, Marokko, Lybien, Ägypten und Algerien stehen sich zum Beispiel politisch nicht besonders nah. Ihre unterschiedlichen außenpolitischen Interessen und ihre innenpolitischen Probleme sind nur eine Ursache dafür, dass wirksame Maßnahmen gegen das Erstarken islamistischer Strömungen bislang ausbleiben.