Westsahara-Konflikt

Auch der seit Jahrzehnten ungelöste Konflikt um die Region Westsahara belastet Marokko und Algerien. Das Gebiet südlich von Marokko stand beinahe 100 Jahre unter spanischer Herrschaft, bis es 1975, anders als von der UN gefordert, nicht in die Unabhängigkeit entlassen sondern an Marokko übergeben wurde. Das Gutachten des Internationalen Gerichtshofes, der diesen Schritt für nichtig erklärt hatte, spielte für den damaligen marokkanischen König keine Rolle, er definierte Westsahara als Teil seines Staates. Seither kämpfte die Guerillaorganisation Polisario um die Unabhängigkeit des Gebietes, das völkerrechtlich nach wie vor umstritten ist. Seit 1991 herrscht Waffenstillstand, zugleich erhielten die Vereinten Nationen den Auftrag ein Referendum über die Unabhängigkeit Westsaharas durchzuführen. Es ist bis heute nicht zustande gekommen und so leben nach wie vor Tausende saharischer Flüchtlinge auf dem Staatsgebiet Algeriens, das seine Grenzen zu Marokko geschlossen hat und erst nach Beendigung des Konflikts wieder öffnen will.

Unterdessen schaffen Marokko und seine Handels- und Wirtschaftspartner in der EU inzwischen Fakten, in dem sie unter anderem die reichen Bodenschätze Westsaharas (unter anderem Phosphat) zugunsten der marokkanischen Staatskasse ausbeuten. Auch die Fischereirechte für die Fanggründe vor der Küste Westsaharas konnte Marokko an die Europäische Union verkaufen – trotzdem völkerrechtlich unklar ist, wem das Land gehört, fließen die Gewinne aus dieser Praxis in die EU und nach Marokko, während die ökologischen und wirtschaftlichen Probleme in Westsahara bleiben.