Was sind Wüsten?

Das Klischeebild einer Wüste sind endlose, gewellte Sanddünen, obwohl die eher nicht die Regel sind und nur etwa 20 Prozent der weltweiten Wüsten bedecken. Stattdessen sind Wüstengebiete eher steinig, weil Winde mit der Zeit nackten Fels zu Schotter und Geröll zernagt haben. Schon heute beanspruchen wüstenartige Gebiete ungeheure Flächen: ungefähr ein Drittel der gesamten Landmasse ist von sehr trockenen Gebieten überzogen. Sie liegen in ganz unterschiedlichen Höhen, Längen und Breiten der Erde und kommen an der Antarktis ebenso vor wie am Äquator. In China befindet sich sowohl die mit 2.600 Metern über dem Meeresspiegel am höchsten als auch die mit 150 Metern unter dem Meeresspiegel am tiefsten gelegene Wüste des Planeten. Wüsten können heiß oder kalt, sandig oder steinig, mit schütterer Vegetation bewachsen oder ganz kahl sein. Gemeinsam haben sie vor allem, dass Niederschläge eine Rarität sind.

Die exakte Abgrenzung der Wüsten von andersartigen Gebieten ist aber fast so verschwommen wie die Umrisse einer Fata Morgana: Experten sind sich uneins darüber, welche Merkmalskombination eine Wüste ausmacht. Meist werden Kriterien zugrunde gelegt, die das Unterschreiten einer bestimmten Niederschlagsmenge oder einer festgelegten Zahl von Regentagen im Jahr umfassen. So gelten Regionen als Wüste, in denen es mindestens in zwölf zusammenhängenden Monaten nicht geregnet hat oder in denen weniger als 250 Millimeter Niederschlag im Jahr gemessen wurden. Zumindest eine Berufsgruppe dürfte die Trockenheit  preisen: Weil in Wüsten Artefakte und Fossilien besonders gut erhalten bleiben sind sie wahre Fundgruben für Archäologen.

Dennoch gibt es auch in Wüsten Wasser, wie zum Beispiel in Oasen. Wenn es in einer Wüste regnet, ist das aber nicht unbedingt ein Segen, sondern richtig gefährlich. Und so ist es auch keine Legende, dass mehr Menschen in Wüsten ertrinken als verdursten. Häufig gehen regelrechte Wassermassen nieder, die blitzartig ausgetrocknete Flussläufe fluten und gefährliche, reißende Ströme bilden. Manchmal schaffen Regen oder Schmelzwasser Wüstenseen, die normalerweise flach und salzig sind und nach einer Weile wieder verschwinden. Solche Seen konnten am Ende der Eiszeit so riesig sein wie der mehr als 50.000 Quadratkilometer große Bonneville-See im Westen der USA. Heute ist von ihm fast nichts mehr übrig, einer seiner Reste ist der Great Salt Lake in Utah.

Wasser kann in Wüsten so harte Bodenkrusten hinterlassen, dass darauf sogar Flugzeuge und Raumfähren starten oder landen können. Denn Wüsten beherbergen spezielle Böden, die oft sehr mineralhaltig sind. Deshalb neigen sie besonders zum Bilden einer Salzschicht, nachdem sie durchnässt wurden. Dabei gelöstes Kalziumkarbonat kann den Sand förmlich zementieren: Es wurden schon bis zu 50 Meter dicke so entstandene Krusten entdeckt.

Wüstenarten

Pflanzen in der Wüste