Pflanzen in der Wüste

Klima-Extreme sind in der Natur nicht nur mörderisch. Sie machen Lebewesen auch „erfinderisch“, weshalb auch Wüsten einige höher entwickelte und an die Kargheit der Umgebung angepasste Lebewesen hervorgebracht haben. Wüstenpflanzen haben im Laufe der Jahrtausende unterschiedliche „Tricks“ gefunden, mit denen sie den harschen Bedingungen trotzen können. Oft wachsen sie nur sehr langsam, weil sie so sparsam mit ihren Vorräten umgehen müssen. Einige vergrößern über besonders viele Blättchen oder ein weit um sich greifendes Wurzelwerk die Oberfläche ihrer „Haut“, um so möglichst viel der in kleinsten Mengen in Luft oder Boden enthaltenen Feuchtigkeit aufnehmen zu können. Manche von ihnen haben kleine, das Sonnenlicht mit einer glänzenden Oberfläche reflektierende Blättchen mit dickem Schutzmantel, die ein wenig an winzige Raumanzüge erinnern. Häufig lagern sie in Blättern, Stamm oder Wurzeln Feuchtigkeit ein, mit deren Hilfe sie auch längere Durststrecken überstehen können. Oder sie haben tiefe Pfahlwurzeln wie die Dattelpalme, mit denen sie bis ans Grundwasser gelangen. Zugleich sind viele Wüstenpflanzen wehrhafte „Festungen“ mit Dornen oder Stacheln, die sie gegen naschhafte Tiere verteidigen.