Das Aksumitische Reich

Lange wurde die Altertumsforschung in Afrika, Ägypten ausgenommen, vernachlässigt. In den vergangenen Jahrzehnten aber widmete man sich auch in Ostafrika aufregenden Spuren vergangener Hochkulturen. Denn stumme Zeugen wie Keramik, Schmuckstücke oder Steinäxte deuten darauf hin, dass in der Region schon 3.000 Jahre vor Christus eine fortschrittliche Kultur siedelte. Vermutlich seit dem Beginn unserer Zeitrechnung erstreckte sich das Aksumitische Reich mehr als sechs Jahrhunderte lang in weiten Teilen des heutigen Äthiopiens, Eritreas, Sudans und Jemens. So beeindruckend die Funde sind, so schwer ist es, der Vergangenheit Geheimnisse über historische Ereignisse und das Leben im alten Aksum zu entreißen. Es mangelt an schriftlichen Aufzeichnungen aus denen Wissbegierige mehr über seine frühen und mittleren Epochen hervordeuten könnten. So liegt auch weiter im Dunkeln, welchem Zweck die noch heute in der Stadt Aksum stehenden, bis zu 25 Meter hohen und imposanten Steinstelen einmal gedient haben.

Erst im 3. Jahrhundert brachten vermutlich Arabern die Schrift nach Aksum. Beide Völker unterhielten da bereits seit geraumer Zeit enge Handelsbeziehungen und die Machthaber von Südarabien und Aksum hatten sich schon mehrfach miteinander verbündet. Besonders Aksums Herrscher waren auf eine diplomatische Schönwetterlage angewiesenn, weil die Südaraber den für beide Seiten wichtigen Zugang zum Roten Meer kontrollierten. Und die Aksumiter wollten Handel treiben.

Römischen Aufzeichnungen zufolge führten sie Tierprodukte wie Elfenbein, Schildpatt und Flusspferdhaut sowie Affen aus. Hinzu kamen Weihrauch, Gewürze, Gold und Sklaven. Aus Indien und dem Römischen Reich holte sich Aksum Dinge wie Keramik, Gläsernes, Metalle und Stoffe. Im vierten Jahrhundert breitete sich der christliche Glaube im Königreich von Aksum aus, das der erste christliche Staat Afrikas südlich der Sahara wurde. An den Küsten aber breitete sich im 7. Jahrhundert der Islam aus, woraufhin Aksum seine bedeutendsten Handelsrouten verlor und zerfiel. Kulturelle Überbleibsel des alten Königreiches bewahrten sich in Teilen Äthiopiens jedoch bis heute.