Partner im fairen Teehandel

Mit der britischen Kolonialmacht zog der Tee-Anbau in Ostafrika ein. El Puente führt fair gehandelten Tee der Usambara Tea Growers Association (UTEGA) im Sortiment, einer Kooperative mit 5.400 Mitgliedern. Die kleinbäuerlichen Familien bewirtschaften ihre Farmen in Lushoto und Korogwe. Beide Bezirke liegen in den grünen, einladend wirkenden Erhebungen der Usambara-Berge im Nordosten des Landes, die für ihr angenehmes Klima bekannt sind. In den in bis zu 2.000 Metern liegenden Pflanzungen kann das ganze Jahr über grüner Tee gepflückt werden.

Die UTEGA verkauft die Tee-Ernten ihrer Mitglieder und nimmt in ihrem Namen an Preisverhandlungen teil, stellt den Mitgliedern landwirtschaftliche Dienstleistungen zur Verfügung, liefert ihnen Dünge- und Pflanzenschutzmittel und vertritt ihre Interessen gegenüber Behörden und Politik. Die frischen Teeblätter bringt UTEGA zunächst in eine vormals staatliche Fabrik, die der Vereinigung heute zu zehn Prozent gehört. Dort wird der Tee im sogenannten Welkhaus gelüftet, dann wird er gerollt, erhitzt und fermentiert. In Dar es Salaam mischt und verpackt das Unternehmen „Tanzania Tea Blenders“ schließlich den Tee. Haupteigentümer von Teefabrik und Teemischer ist eine einheimische Familie, die nach mehreren Jahren zähen Ringens um Privatisierung der Unternehmen nun wieder in deren Anlagen investiert. Durch die Ausweitung der Produktionskette vom Teeblatt zur fertig verpackten Mischung bleibt der dabei geschaffene Mehrwert im Land. Dennoch müssen die UTEGA-Mitglieder oft mit dem auskommen, was gerade so zum Überleben reicht. Wenn es ihnen auch etwas besser geht als anderen Familien in der Region, die keinen Tee anbauen.