Partner im Fairen Handel mit Kunsthandwerk

Von der äthiopischen Produzentenorganisation Sole Rebels bezieht El Puente handgearbeitete Stoffschuhe aus Baumwolle, die von Kleinbauern auf jahrtausendealte Weise ohne Chemie angebaut wird. Auf ebenfalls traditionellen Webstühlen aus Eukalyptusholz werden die Fasern zu einem weichen Baumwollstoff verwoben. Die Sohlen werden aus recycelten Autoreifen geschnitten. Zwar nimmt das Design Anlehnung an die in Äthiopien gebräuchlichen „Selate Shoes“, richtet sich aber vorwiegend nach modernen Vorstellungen von formschönen Schuhen. Bei Sole Rebels profitieren vor allem Frauen von den besseren Bedingungen des Fairen Handels, die eine Mehrheit unter den Beschäftigten stellen und die Organisation leiten. Auch Behinderte, vor allem Kriegsversehrte, finden ein Auskommen. Wer für Soul Rebels fertigt, bekommt das Vierfache des gesetzlichen Mindestlohns und eine kostenlose Gesundheitsfürsorge. In der Produktion werden keine Chemikalien eingesetzt und es werden traditionelle Techniken bewahrt und weiter entwickelt.

Tansania ist die Heimat der Kunsthandwerker, die von Mikono – der Organisation zur Förderung des Kunsthandwerks und der traditionellen Kunst – unterstützt werden. Ihr Hauptanliegen ist, den Produzenten ein stabiles Einkommen zu geben und damit einzigartigem Handwerk und dem kulturellen Erbe von rund 120 afrikanischen Stämmen eine Zukunft. Die durch Mikono geförderten Kunsthandwerker verwenden Materialien, die aus der Gegend stammen. Das spiegelt sich auch in ihren Erzeugnissen: Neben Holzplastiken und Holzarbeiten finden sich darunter Keramik, Textilien, Schmuck oder Tinga Tinga Malerei. Die Organisation vermarktet die Erzeugnisse „ihrer“ Künstler und Kunsthandwerker, gibt Anregungen bei der Produktentwicklung, sorgt für Präsentationsmöglichkeiten, zum Beispiel Ausstellungen in der organisationseigenen Galerie in Dar es Salaam, und erschließt neue Märkte. Sie bietet Aus- und Weiterbildungen an und vermittelt betriebswirtschaftliches Grundlagenwissen.

Als sich einige Kooperativen zur Machakos District Co-operative Union (MDCU) zusammengeschlossen, taten sie das vor allem aus einem Grund: Der Dachverband sollte es Kaffeebauern erleichtern, an Düngemittel und Geräte zu kommen und ihre Ernten auf den Markt zu bringen. Doch die heute rund 60.000 Kaffeefarmer blieben nicht lange unter sich. Nach und nach gesellten sich Kooperativen von Baumwollbauern, Milchbauern und Handwerkern dazu. Sie alle haben mindestens eines gemeinsam: Sie leben im kenianischen Bezirk Machakos. Allein hinter den kunsthandwerklichen Vereinigungen im MDCU stehen 7.000 Produzenten, darunter etwa 5.000 Frauen. Sie arbeiten vorwiegend mit einem typisch ostafrikanischen Erzeugnis: Sisalfasern werden zu Taschen und Körben verarbeitet. Auch aus Speckstein und Holz fertigen sie schöne Dinge. MDCU hilft außerdem externen Produzentengruppen, die nach den Standards des Fairen Handels arbeiten, ihre Erzeugnisse zu vertreiben. Beispielsweise findet man in ihrem Angebot auch Artikel der Smolart Selbsthilfe Gruppe.

Der Dachverband fördert seine Mitglieder mit Weiterbildungen und Schulungen, auch in betriebswirtschaftlichem Know-how. Über die Mitgliedschaft in der Weltorganisation des Fairen Handels (WFTO) knüpfte MDCU neue Vertriebskontakte nach Europa, in die USA, nach Australien und Japan. Fast das gesamte Kunsthandwerk kann deswegen mittlerweile über den Fairen Handel abgesetzt werden. Während die Wamunyu Handicraft Co-op nur einen kleinen Teil ihrer Produktion über die MDCU verkauft, das meiste geht in den Besitz von Touristen über, die den lokalen Markt besuchen. Diese Kooperative zeichnet sich besonders durch gelebte Nachhaltigkeit aus: Schon seit den 60er Jahren pflanzen die Mitglieder neuen Baum für jeden, der für ihre Schnitzarbeiten fallen musste.