Kolumbus' Vermächtnis: Kolonialismus in der Karibik

Als die drei unter Christoph Kolumbus' Kommando segelnden Karavellen am 12. Oktober 1492 nach fast zehnwöchiger Überfahrt endlich auf Land stießen, war die Erleichterung bei der Besatzung groß – wegen der langen Reise musste auf See bereits eine aufflammende Meuterei niedergeschlagen werden.

Was Matrose Rodrigo de Triaga sichtete war eine Insel, die von den Ankömmlingen umgehend San Salvador getauft wurde. Kolumbus, der vor allem von der Suche nach Gold getrieben war, hielt sich dort nicht lange auf, sondern folgte dem Hinweis von Einheimischen, auf einer weiteren Insel namens Cubagua sowohl das Edelmetall als auch Perlen finden zu können. Schon Ende Oktober erreichte er das beschriebene Eiland, das er für die Ausläufer Asiens hielt. In seinen Bordbuch-Notizen zeigte er sich beeindruckt von der Schönheit der Insel: „Ich habe keinen schöneren Ort je gesehen“, schwärmte er. Dennoch durchstöberteKolumbus das spätere Kuba recht zügig ohne auf Gold zu stoßen und setzte seine Reise fort bis er Anfang Dezember im heutigen Haiti von Bord ging.

Dass er sein größtes Schiff, die Santa María, verlor, nachdem es auf Grund gelaufen und zerbrochen war, deutete Kolumbus rückblickend als Glücksfall. Der Verlust des Schiffes bewog ihn dazu, Männer zurücklassen, wodurch er auf der Insel La Española die erste europäische Siedlung in der „Neuen Welt“ gegründet hat. Dass die Santa María Schiffbruch erlitt, zwang ihn auch zur Rückkehr nach Spanien, die er Anfang Januar 1493 antrat. Kolumbus kehrte noch drei Mal in die Karibik zurück und setzte seinen Fuß auf die Kleinen Antillen, Puerto Rico, Jamaika, Trinidad und schließlich beim heutigen Honduras auf den Boden Mittelamerikas. Kolumbus selbst lebte bis zu seinem Tod in der Vorstellung, er habe den westlichen Seeweg nach Indien entdeckt.