Partner im Fairen Handel: Kaffee und Kaffeespezialitäten

Unter Kennern genießt haitianischer Kaffee einen guten Ruf. Vor allem Kleinbauern bauen ihn in Mischkulturen an. Um sich nicht mehr von Zwischenhändlern Niedrigstpreise diktieren lassen zu müssen und mehr Verhandlungsmacht zu haben, schlossen sich viele von ihnen in Kooperativen zusammen. Acht solcher Kooperativen mit insgesamt 6.300 Kleinbauern gehören zum Netzwerk der 1997 gegründeten Organisation Recocarno, die angetreten ist, um Kaffeekooperativen weiter zu stärken und den Umweltschutz zu verbessern. So bietet Recocarno den Zugang zu Baumschulen, über die allen Kooperativen schattenspendende Bäume zur Verfügung gestellt werden. Zum Umweltengagement gehören auch das Verwenden von Bio-Dünger, Wiederaufforstungen oder Fortbildungen zur Neunutzung alter Kaffeeplantagen und in der Herstellung von Bio-Kompost.

Recocarno ist es gelungen, die Zwischenhändler ganz auszuschließen. Stattdessen legen die Produzenten ihre Preise selbst fest und bekommen entsprechend der Menge, die sie verkauft haben, einen gerechten Anteil an der Prämie. Neben der sicheren Einkommensquelle bekommen die Kleinbauern weitere Unterstützung, wie technische Hilfe beim Kaffeeanbau, bei der Bodenerneuerung, bei der Schädlingsbekämpfung oder der Kompostdüngung. Darüber hinaus können sie an Alphabetisierungsprogammen teilnehmen und es gibt Finanzierungsmöglichkeiten über Kleinkredite, die sich insbesondere an Frauen richten.

Recocarno professionalisierte das Exportgeschäft immer weiter. Damit der Kaffee den Gaumen der Endverbraucher mit gleichbleibend guter Qualität erfreut, wurde ein Labor zur Verkostung des Kaffees der einzelnen Verarbeitungsstufen sowie der Vorverschiffungsmuster eingerichtet. Außerdem gibt es inzwischen eine zentrale Verarbeitungsanlage. Dadurch kann Recocarno den Kaffee schneller verarbeiten und zeitnäher an der Ernte exportieren. Das ist gut für die Bauern, weil sie so auch ihre Zahlungen früher erhalten. Recocarno hofft, durch den Bau weiterer Verarbeitungsanlagen die heute etwa acht Container auf künftig 24 Container Exportkaffee ausweiten zu können. Kaffee von Recocarno ist bei EL PUENTE erhältlich.

Ohne den Staat an den Umsätzen zu beteiligen, ließe sich mit kubanischen Betrieben kein Handel treiben. Wenn allerdings diese Betriebe in besonderem Maß dazu beitragen, dass Kubaner weniger unter der desolaten Wirtschaftslage zu leiden haben, ist es dennoch lohnenswert, sie zu unterstützen. Außerdem ist partnerschaftlicher Handel ein Weg, dem Inselstaat die Hand zu reichen, um ihm aus der Isolation zu helfen. EL PUENTE importiert eine Reihe von Lebens- und Genussmitteln aus Kuba. Das vom Handelsvolumen wohl wichtigste Produkt ist der Kaffee „Cubita“, den die Organisation in Deutschland in den Sorten „extra mild“ („claro“) und „extra kräftig“ („oscuro“) anbietet. Der sortenreine (100 Prozent Arabica) Hochlandkaffee Cubita, der von der gleichnamigen Firma hergestellt wird, ist auch bei Kubanern sehr beliebt.

Der Kaffee wird von staatlichen und privaten Kooperativen in Pflanzungen angebaut, die zwischen 400 und 1.200 Metern über dem Meeresspiegel liegen. Ihre Ernten, der „Grüne Kaffee“, werden zu in Qualitätsklassen abgestuften Festpreisen aufgekauft. Der Grüne Kaffee kommt anschließend in die Nassverarbeitung, wird woanders als Zwischenerzeugnis „Café pergamino“ getrocknet und von der Silberhaut befreit und im letzten Verarbeitungsschritt in Havanna geröstet und handabgefüllt. Damit ist Cubita auf dem deutschen Markt einer der ersten und noch immer wenigen im Herkunftsland fertigproduzierten Filterkaffees. Den Produzenten bringt das eine größere Unabhängigkeit von Weltmarktpreisen und höhere Einnahmen durch die Wertschöpfung im Land.

Die Firma Cubita gehört zum staatlichen Unternehmen CIMEX, das als Privatfirma handeln darf und auch Rum, Zucker, Marmelade und anderes im In- und Ausland verkauft. Mit jährlichen Wachstumsraten von durchschnittlich 20 Prozent läuft der Betrieb äußerst erfolgreich. Die weit überwiegende Teil der Produktion wird auf Kuba abgesetzt, aber immerhin zehn Prozent gehen in den Export. Obwohl oder vielleicht gerade weil CIMEX seine Gewinne gänzlich an den Staat weiterreicht, zahlt das Unternehmen nicht nur Sozialversicherungsbeiträge sondern auch überdurchschnittliche Gehälter: Das niedrigste liegt 200 Prozent über dem kubanischen Mindestlohn.