Partner im Fairen Handel: Kunsthandwerk und andere handgefertigte Dinge

Guyana

Aus Guyana bezieht EL PUENTE vielseitiges Kunsthandwerk von Kleinstproduzenten. Und häufig sind es Menschen indigener Abstammung. So ist der Eigentümer des Familienbetriebs Arawak Leather Crafts, Richard Winter, ein Arawak-Indianer. Allerdings lebt es schon seit Kindertagen nicht mehr im Stammesgebiet. In seiner Werkstatt beschäftigt er vierzehn Angestellte. Sie fertigen Sandalen, Schuhe, Gürtel, Taschen, Bilderrahmen, Schmuck und andere Dinge aus Leder. Ihre besonderen Merkmale: amerindische Zeichen als Zierde und dass sie ohne Chemikalien verarbeitet und gefärbt wurden.

Ebenfalls in der gestalterischen Tradition der amerindischen Kultur sieht Leontina Jose ihr Handwerk. Sie stellt zusammen mit einigen Angehörigen in einer abgelegenen Region Guyanas ihre Eigenkreationen her. Dafür benutzt sie selbst gesammelte Materialien. Leontina Jose durchstreift zusammen mit einigen für ihre Hilfe entlohnten Mitgliedern des Stammes der Wai Wai die Umgebung auf der Suche nach geeigneten Samen und Früchten für die Schmuckproduktion.

Auch Trevor Alfred lässt in seinen Schmuckarbeiten amerindische Kultur weiterleben. Sein künstlerisches Thema sind Totemtiere, die er auf Anhängern aus Ton und Holz abbildet. Sie entsprechen der Vorstellung, dass sich die Fähigkeiten des auf einem Amulett dargestellten Tieres auf den Träger übertragen.

Auch Meeresschildkröten könnten mit ihrem scheinbaren Gleichmut und ihrer kraftvollen Eleganz im Wasser gute Totemtiere abgeben. Sie stehen im Mittelpunkt eines Schutzprojektes am Strand, wo der Waini River in den Atlantik mündet. Dorthin kommen vier der weltweit acht vom Aussterben bedrohten Meeresschildkrötenarten, um ihre Eier zu legen. Auch andere seltene Tiere und Pflanzen leben am Shell Beach, an dem seit den 80er Jahren eine Reihe von Schutzprojekten entstanden, die inzwischen miteinander verbunden sind. Die Guyana Marine Turtle Conservation Society steuert inzwischen die lokalen Aktivitäten. Ihr Konzept: Naturschutz ist nur zusammen mit der ansässigen indigenen Bevölkerung möglich. Sie soll nicht nur ihren Lebensunterhalt bestreiten können, ohne das empfindliche Ökosystem aus dem Gleichgewicht zu bringen sondern auch beim Erhalten ihrer Kultur unterstützt werden. Ein Beispiel für ein Projekt, bei dem beides zusammenkommt ist Moruca Embroidery, bei dem amerindische Frauen unter anderem Baumwolltaschen besticken. Besonders gern versehen sie die Stoffe mit einer Meeresschildkröte.

Einheimische Tiere – Papagei, Affe, Schildkröte und andere – stehen Modell für George Tancredos Balata-Figuren. Als Macushi-Indianer beherrscht er die stammestypische Art des Schnitzens. Balata lässt sich gut verarbeiten. George Tancredo braucht nur Messer, Schere und Zange, um die detailgenauen Figuren zu formen. Anschließend gestaltet er sie mit Ölfarbe nach ihren natürlichen Vorbildern.

Haimchand Mahadeo ist ebenfalls indigener Abstammung. Er lebt mit seiner Familie als Farmer und hat sich mit sieben Kunsthandwerkerinnen zusammengeschlossen, um geflochtene Graskörbe als weitere Einkommensquelle anbieten zu können. Bis ein Korb fertig ist, dauert es ungefähr sechs Stunden. Die Körbe sind eigentlich nicht aus Gras, sondern aus Fasern, die aus den Wedeln der Ite Palme gezogen werden. Nach einigen Zwischenschritten verbinden die Frauen die Fasern durch anhaltendes Rollen auf ihren Oberschenkeln zu Fäden.

Seifen mit dem Samenöl der Andirobabäume ist, was der Betrieb von Maria Gonsalves herstellt. Die indischstämmige Geschäftsführerin beschäftigt vier amerindische Ehepaare mit dem Sammeln der Samenkapseln, die zweimal im Jahr heranreifen und auf den Boden fallen. Zehn weitere Frauen und Männer indianischer Abstammung helfen Maria Gonsalves, die Seifen zu machen. Sie hat dafür verschiedene, eigene Rezepte, bei denen sie nicht nur das Öl der Andirobabäume als Zutat aus dem Regenwald benutzt. Wie zum Beispiel Tonerde aus dem Fluss oder Aloevera. Nachdem die Seifenmasse gegossen, geschnitten und geformt wurde, ruhen sie einen Monat bis sie fertig sind und verkauft werden können.

Haiti

In Haiti hat EL PUENTE ebenfalls kunsthandwerkliche Projekte zum Partner. Wie das von Ginette Taggart geleitete „Les Ateliers Taggart“. Die Haitianerin verarbeitet vor allem Metall – was ganz landestypisch ist. Alte Ölfässer werden dabei zu Blech geschlagen, aus dem Motive geschnitten werden. Anschließend werden sie zu Zier- oder Gebrauchsgegenständen weitergeformt und bunt bemalt oder mit einem klaren Schutzanstrich überzogen. So halten die Objekte einige Jahre auch Wind und Wetter stand. Ginette Taggart gilt als engagierte Förderin des haitianischen Kunsthandwerks und finanziert etwa die Schulausbildung mehrer Kinder von Kunsthandwerkern, die sich das nicht leisten können.

Das Zentrum Mountain Maid liegt auf den Hügeln vor der Stadt Port-Au-Prince. Es gehört zur Haiti Baptist Mission, die dort ein Krankenhaus, ein Ausbildungszentrum, eine Gärtnerei mit Baumschule, einen Laden mit selbstproduzierten Lebensmitteln und einen Kunsthandwerksladen betreibt. Für Mountain Maid arbeiten mehrere hundert Produzenten, die durch ein existenzsicherndes Einkommen von der Landflucht abgehalten werden sollen. EL PUENTE bezieht aus dem Zentrum zum Beispiel fröhlich-bunten Wandschmuck aus Pappmaché oder Eisen.