Das Green Goal-Konzept

Grüner Strom, Rasen, der mit Regenwasser besprüht wird und vegetarische Snacks: Das Organisationskomitee der Fifa-Frauen-WM hat sich in diesem Jahr eine Menge einfallen lassen, um die Belastungen der Umwelt durch ein Großereignis wie die Frauen Fußball-Weltmeisterschaft möglichst gering zu halten. Unter dem Titel „Green Goal 2011“ versuchte der Verband für Umweltbewusstsein bei den Organisatoren, den Sponsoren und in der Öffentlichkeit zu sorgen.

Tatsächlich war bei der Frauen-WM im Vergleich zur Männer-WM vor fünf Jahren nachgesteuert worden. Zum Beispiel bei den Mehrwegbechern: Vor fünf Jahren waren alle mit dem Logo der WM und der Sponsoren verziert. Die, die übrig blieben, wurden weggeworfen – weil niemand aus Bechern abgelaufener Meisterschaften trinken will. Diesmal blieb ein Drittel der Becher ohne Aufdruck und kann deshalb wieder verwendet werden.

Die Fußballstadien zogen ebenfalls mit. Alle ließen sich nach bestimmten Nachhaltigkeitsstandards zertifizieren. Immerhin 700.000 Euro wurden investiert, um Wassersparsysteme in den Toiletten einzubauen, Heizungen zu dämmen oder die Beleuchtung energiesparender zu gestalten. Und auch die Fans waren bereit, Neues auszuprobieren. Die Bratwurst, laut Steffi Jones „das Maß der Dinge für einen Fußball-Fan“, gab es in Frankfurt am Main beispielsweise nur in reiner Bio-Qualität von einem regionalen Hersteller. Die Resonanz war nach Angaben des Darmstädter Öko-Instituts, das das Green Goal-Konzept für die Fifa derzeit auswertet, gut. Zumal die Wurst nur 50 Cent teurer war als sonst.

In Sachen Verkehr allerdings, der zu 80 Prozent zu den klimaschädlichen CO2-Emissionen beiträgt, war der Erfolg durchwachsen. In großen Städten wie Frankfurt am Main oder Berlin reiste der größte Teil der Besucher mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, aber in Wolfsburg und Augsburg beispielsweise kamen die meisten mit dem Auto. Sie setzten offenbar auf die zahlreich vorhandenen Parkplätze. Hier gibt es in Sachen Klimabewusstsein noch einiges zu tun.