Giftige Sportbekleidung

Ein großer Teil unserer Sportbekleidung ist offenbar mit giftigen Chemikalien belastet. Das hat die Umweltorganisation Greenpeace in einer Untersuchung im Sommer 2011 festgestellt. Danach fanden sich in 52 von 78 untersuchten Kleidungsstücken von Markenherstellern – unter ihnen die Sportausstatter Adidas und Puma – Rückstände der umweltschädlichen Chemikalie Nonylphenolethoxylat (NPE). Die betroffenen Firmen gelobten Besserung.

Die NPE-Reste in der Kleidung stellen für deren Träger in den Industrieländern in der Regel keine Gefahr dar. Die Konzentration in den T-Shirts und Tritkots, die in den Geschäften hängen, ist relativ gering. Problematisch ist die Substanz für die Menschen in den Produktionsländern. Dort gerät NPE als Bestandteil von Waschmitteln in großer Konzentration in die Gewässer, wo es zu Nonylphenol (NP) abgebaut wird. Diese wiederum relativ stabile Chemikalie ist giftig für Algen, Fische und Krebse und gerät über diese und über das Trinkwasser in die menschliche Nahrungskette. NP steht im Verdacht, das menschliche Hormonsystem durcheinander zu bringen.
NPE ist in der Europäischen Union seit 2003 weitgehend verboten. In Ländern wie China, Vietnam, Bangla Desh und in der Türkei wird es aber weiterhin in Waschmitteln verwendet, mit denen Markenkleidung vorgewaschen wird.

Die Sportartikelhersteller Puma und Nike erklärten, sie wollten bis 2020 auf alle giftigen Chemikalien verzichten und die gesamte Lieferkette kontrollieren. Adidas teilte mit, der Konzern lege Wert darauf, gemeinsam mit der gesamten Branche einen Handlungskatalog zu erarbeiten, um dem „Null-Emissions“-Ziel von gefährlichen Stoffen näher zu kommen.