Fleisch und Umwelt

Rinderherde in Australien_by_Miroslaw_pixelio.de

Tierhaltung braucht Platz. Fast ein Drittel der nutzbaren Landfläche weltweit ist Weideland. Ein weiteres Drittel dient als Anbaufläche für die Futtermittelproduktion. Der Flächenbedarf für Fleisch ist mindestens drei Mal so hoch wie für Obst, Gemüse und Getreide. Je mehr Fleisch gegessen wird, desto stärker steigt der Druck auf die verbliebenen Flächen. So wurden beispielsweise im brasilianischen Amazonasgebiet zwischen 1996 und 2006 zehn Millionen Hektar Urwald vernichtet, um Platz für die Rinderzucht zu schaffen. Wald, den wir angesichts des Klimawandels dringend als CO2-Speicher brauchen. Allein in Deutschland werden 62 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für die Produktion von Futtermitteln verwendet.

Mehr CO2 als der Verkehr

Ohnehin wird das Klima durch die Nutztierhaltung stark belastet. Die Herstellung von einem Kilogramm Rindfleisch produziert so viel CO2 wie eine Autofahrt mit einer Strecke von 50 Kilometern. Laut der Welternährungsorganisation FAO ist die Viehhaltung für 20 Prozent aller klimawirksamen Gase verantwortlich. Das ist mehr als der Verkehr, der Berechnungen zufolge bei 16 Prozent liegt. Neben CO2 entstehen bei der Tierhaltung auch die noch viel klimawirksameren Gase Methan, Ammoniak und Lachgas. Sie sind vor allem in der Gülle und in Düngemitteln für die Felder, auf denen Futtermittel angebaut werden, enthalten.

Kuh an der Tränke_by_Erika Hartmann_pixelio.de
Hoher Wasserverbrauch

Viele Tiere benötigen viel Wasser. Acht Prozent des weltweit verfügbaren Trinkwassers wird für die Tierproduktion aufgewendet. Wobei der größte Teil davon genutzt wird, um die Futtermittel zu erzeugen.  Während für die Produktion für ein Kilo Getreide 1350 Liter Wasser benötigt werden, verschlingt die Herstellung von einem Kilogramm Hühnerfleisch laut Unesco-Institut für Wasserbildung 3900 Liter Wasser, ein Kilogramm Schweinefleisch 4800 Liter Wasser und ein Kilogramm Rindfleisch sogar 16.000 Liter Wasser.

Böden laugen aus

Um die wachsenden Tierherden zu ernähren, müssen immer mehr Futtermitteln angebaut werden. Diese werden häufig in Monokultur angebaut. Das wiederum ist nur möglich unter hohem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln. In der Folge laugen die Böden aus und können nicht mehr genutzt werden. Um neues Land zu gewinnen, wird dann unter Umständen wieder Wald abgeholzt. Der Kreislauf wiederholt sich.

Brunnen in der Wüste_by_Michael Hubka_pixelio.de

Indem wir Fleisch und Futtermittel importieren, sind wir mitverantwortlich für den CO2-Ausstoß, den Wasser- und den Bodenverbrauch in anderen Ländern. Hinzu kommt: Etwa ein Viertel ihres Fleischeinkaufs werfen die Menschen in Deutschland weg. Weil sie es falsch lagern, nicht wissen, was sie damit kochen sollen oder weil es von Mahlzeiten übrig bleibt und nicht noch einmal aufgewärmt wird. Diese Ressourcenverschwendung geht zu Lasten der Umwelt und der Menschen in den ärmeren Ländern.

Nicht nur aus Gründen der Gesundheit ist es deshalb wichtig, den Fleischkonsum zu reduzieren. Wer weniger Wurst, Braten und Schnitzel isst, tut auch der Umwelt etwas Gutes. Würden wir uns an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten und statt 850 Gramm Fleisch pro Woche nur etwa die Hälfte davon essen, dann würden nach einer Berechnung des Ökoverbandes Bioland allein in Deutschland vier Millionen Hektar Boden frei, auf dem jetzt noch Futtermittel angebaut werden.

Mehr Infos zu den Bereichen Wasser, Klima, Boden und Lebensmittelverschwendung finden Sie in der Rubrik „Ressourcen bewahren“.

Foto oben: © Miroslaw / PIXELIO

Foto Mitte: © Erika Hartmann / PIXELIO

Foto unten: © Michael Hubka / PIXELIO