Ist Biofleisch gesünder?

 

Für Bio-Fleisch müssen Verbraucher deutlich mehr bezahlen als für konventionell erzeugtes Fleisch. Viele tun es, weil sie beim Fleisch Wert auf eine ökologische, umweltschonende Erzeugung mit einer artgerechten Haltung und tierschutzgerechten Schlachtung legen.

Bisher konnte noch nicht nachgewiesen werden, dass Bio-Fleisch besser geeignet ist, gesund zu bleiben als konventionell erzeugtes. Aber mit der ökologischen Viehwirtschaft sind einige Vorteile verbunden, die sich positiv auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt auswirken.

Futter und Medikamente

Geschmack und Inhaltsstoffe

Biofleisch ist bekömmlicher für Mensch und Tier

Futter und Medikamente

Strenge Anforderungen werden an die Futtermittel und an die Gabe von Medikamenten gestellt. Das gentechnikfreie Futter muss auf den Höfen selbst ökologisch erzeugt worden sein. Pflanzenschutzmittel und synthetische Düngemittel sind verboten. Bio-Futtermitteln aus der Region dürfen zugekauft werden, ebenso darf eine geringe Menge an nicht ökologischem Futter verwendet werden. Die Tiere nehmen über das Futter deutlich weniger Pestizide auf als bei konventioneller Viehhaltung. Daher ist ihr Fleisch auch weniger damit belastet.

Homöopathie statt Antibiotika

Wachstumsfördernde Stoffe im Futter und die vorbeugende Gabe von Antibiotika waren bei der ökologischen Fleischerzeugung schon immer verboten. Sind die Tiere krank, bekommen sie vorrangig pflanzliche oder homöopathische Arzneimittel. Andere Medikamente wie Antibiotika dürfen nur sehr begrenzt verbreicht werden, sonst darf das Fleisch nicht mehr als Bio-Fleisch verkauft werden. Zudem müssen deutlich längere Wartezeiten bis zur Schlachtung eingehalten werden als gesetzlich vorgeschrieben. Daher wird auf Bio-Höfen viel Wert auf eine den Bedürfnissen der Tiere entprechende Haltung und Fütterung gelegt, um Krankheiten vorzubeugen. Bio-Fleisch ist nicht mit Rückständen von Medikamenten belastet.

Geschmack und Inhaltsstoffe

Bei Transporten und bei der Schlachtung wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Tiere so wenig Stress wie möglich ausgesetzt sind. Stress kann sich ebenso wie Fütterung und Haltung negativ auf die Fleischqualität auswirken. Untersuchungen von Fachleuten zeigen zwar, dass sich die Qualität von Bio-Fleisch und konventionell erzeugtem Fleisch kaum noch unterscheidet. Konventionelles Fleisch ist ähnlich zart, saftig und aromatisch wie Bio-Fleisch. Aber dennoch sind Unterschiede spürbar.

Spitzenköche bevorzugen Biofleisch

In puncto Fettgehalt und Marmorierung liegt das Bio-Fleisch leicht vorn. Da Fett ein wichtiger Geschmacksträger ist, kann sich dieser Vorteil auf die geschmackliche Qualität auswirken. Tests und Umfragen ergeben immer wieder, dass vielen Menschen Bio-Fleisch besser schmeckt als konventionell erzeugtes. Auch bekannte Spitzenköche bevorzugen aus aromatischen Gründen Fleisch aus Bio-Haltung oder zumindest aus artgerechter Tierhaltung.

Mehr ungesättigte Fettsäuren

Nachweisbar höher ist der Gehalt an wertvollen ungesättigten Omega-3-Fettsäuren im Bio-Rindfleisch. Das Fleisch von Tieren, die im Sommer auf der Weide gehalten wurden, dadurch mehr frisches Grünfutter gefressen haben und mehr Bewegungsfreiheit hatten, enthält etwa doppelt so viele Omega-3-Fettsäuren wie Fleisch von Tieren, die nur im Stall standen. Verglichen mit fetten Seefischen wie Lachs oder Makrele ist der Gehalt zwar gering, aber auch kleine Mengen können zur Versorgung beitragen.

Bio-Fleisch ist bekömmlicher für Mensch und Tier

Ob ein Lebensmittel für den Menschen gesund ist oder nicht, hängt nicht nur vom Lebensmittel selbst, sondern auch von den Bedingungen ab, unter denen es erzeugt wurde. Für die Gesundheit ist daher nicht nur wichtig, dass Lebensmittel Nährstoffe liefern und frei von Schadstoffen sind. Entscheidend ist außerdem, dass bei der Erzeugung Umwelt und Ressourcen geschont werden. Denn der Mensch kann nur in einer gesunden Umwelt gesund bleiben. Hier ist die biologische Landwirtschaft klar im Vorteil. Bei der Produktion der Lebensmittel werden ökologische, ethische und soziale Aspekte berücksichtigt. Der Tierschutz hat bei der Fleischproduktion einen hohen Stellenwert.