Patenschaften

Kind aus Bissau_ora international_CC BY-SA_2.0_5904639227_daaba9414c

Foto: ora international on Flickr (CC BY 2.0)

Andrea Sawatzki macht es, Ulrich Wickert macht es und Udo Lindenberg ebenso – viele Prominente unterstützen Kinder in Entwicklungsländern durch eine Patenschaft. Das heißt, dass sie monatlich einen bestimmten Geldbetrag an ein Hilfswerk überweisen, das dieses Geld dann an das Patenkind und/oder seine Familie oder Dorfgemeinschaft weiterleitet. Das Geld wird für die medizinische Versorgung, die Verbesserung der Lebensbedingungen und die Schul- oder Berufsbildung des Kindes aufgewandt. Diese Hilfe ist in der Regel langfristig angelegt und kann über viele Jahre laufen.

Wie sinnvoll sind Patenschaften?

Patenschaften sind eine legitime Form der Spende. Tatsächlich verzeichnen Hilfsorganisationen, die Patenschaften anbieten, in den vergangenen Jahren hohe Wachstumsraten, während das Spendenaufkommen bei Organisationen der Entwicklungshilfe, die – wie etwa die kirchlichen Hilfswerke Brot für die Welt und Misereor – diese Form nicht anbieten, Rückgänge erleiden. Experten sprechen sogar von einem Verdrängungswettbewerb auf dem Spendenmarkt. Doch nicht nur aus diesem Grund sind Patenschaften umstritten.

Kritiker von Patenschaften wenden ein, dass die Förderung von einzelnen Kindern die Situation der Gemeinschaft, in der das Kind lebt, durch die Patenschaft nicht grundsätzlich verbessert wird. Eine gezielte Bevorzugung einzelner Kinder könnte sogar Neid und Missgunst fördern, statt nachhaltig zu helfen. Außerdem sehen manche Kritiker in den Patenschaften eine neue Form des „Paternalismus“, also einer vormundschaftlichen Haltung des reichen Nordens über den „hilfsbedürftigen“ Süden.

Regionen statt Einzelpersonen fördern

Seriöse Hilfsorganisationen, die neben dem Einwerben von normalen Spenden auch Patenschaften anbieten, haben auf diese Kritik reagiert. Bei vielen Hilfswerken fließen die Spendengelder, die über Patenschaften eingesammelt werden, nicht nur allein dem Kind zu, sondern werden zur dauerhaften Verbesserung der Lebensbedingungen des Kindes aufgewandt, kommen also auch der Familie oder Dorfgemeinschaft im Umfeld des Patenkindes zugute. Außerdem gibt es schon lange keine Kataloge mit Kinderfotos mehr, aus denen der zukünftige Pate ein „besonders süßes“ Wunschkind aussuchen kann. Die Vermittlung zwischen Pate und Patenkind übernimmt in der Regel das Hilfswerk, wobei der Pate Präferenzen bei Ländern, Regionen und ggf. dem Geschlecht des Patenkindes äußern kann.

Organisationen genau prüfen

Wenn Sie eine Patenschaft für ein Kind in einem Entwicklungsland abschließen möchten, sollten Sie sich zuvor über die verschiedenen Hilfswerke informieren. Die Gestaltung der Patenschaften bei den verschiedenen Anbietern ähnelt sich häufig, es gibt aber doch Unterschiede – beim religiösen/nichtreligiösen, weltanschaulichen oder politischen Hintergrund der Hilfsorganisation ebenso wie bei der praktischen Umsetzung der Patenschaft. Wir stellen Ihnen einige große Hilfswerke vor, die wir empfehlen können. Aber wir zeigen Ihnen auch die Aspekte, auf die Sie achten müssen, um nicht in die Fänge von fragwürdigen Anbietern zu geraten.

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