Tierhautgewinnung

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Die Häute, die zur Herstellung von Leder verwendet werden, fallen in der Regel bei der Schlachtung der Tiere zur Fleischgewinnung an. Für die Schlachthöfe sind sie ein willkommenes Nebenprodukt. Die Häute werden unmittelbar nach dem Schlachten abgezogen. Dabei werden Schnitte an den Extremitäten und dem Bau des Kadavers angesetzt. Danach wird die Haut abgetrennt, indem das zwischen der Haut und dem Körper befindliche Bindegewebe durchtrennt wird. Dabei müssen die Schlachter darauf achten, mit dem Messer nicht die Lederschichten zu berühren, weil das zu einer Qualitätsminderung des späteren Leders führt.

Keine Kennzeichnungspflicht für Tierhaut

Viele Möbel-, Schuh- und Bekleidungshersteller geben Auskunft über die Herkunft der für ihre Produkte verarbeiteten Rohhäute. Es gibt keine Kennzeichnungspflicht für die Herkunft des Leders, aber manche Hersteller legen auf ihren Homepages dar, wo das Rohmaterial für ihre Produkte herkommt, einige sogar, unter welchen Arbeits- und Umweltbedingungen es gewonnen wird. Wenn die Rohhäute aus Deutschland stammen, sind damit nicht automatisch hohe Standards bei der Tierhaltung gewährleistet. Das gilt auch für die Arbeitsbedingungen, die in vielen deutschen Großschlachthöfen kritisiert werden (etwa wegen der Beschäftigung von Arbeitskräften aus so genannten Niedriglohnländern). Bei Rinderhäuten aus Ländern wie Brasilien sind hingegen die Bedingungen der Tierzucht in diesen Ländern zu berücksichtigen, die mit einem großen Verbrauch an Flächen und mit der Abholzung der Regenwälder verbunden ist.

Auf Exoten-Leder verzichten

Verbände für ökologischen Landbau wie der Biokreis empfehlen, für die Lederproduktion nur die Häute von landwirtschaftlichen Nutztieren der Fleisch- und Milcherzeugung und keine Häute von geschützten, exotischen, wildlebenden oder bedrohten Tierarten zu verwenden.