Abwasserbelastung

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Bei verschiedenen Herstellungsschritten in der Lederproduktion fallen Abwässer an, die zum Teil hoch belastet sind:

  • bei der so genannten Wasserwerkstatt, wenn die Tierhäute gewaschen, enthaart und für die Gerbung vorbereitet werden
  • bei der Gerbung
  • bei der Zurichtung des Leders, bei der dem Leder die für die späteren Verwendung gewünschten Eigenschaften gegeben werden. Dies umfasst auch die Färbung.

Bei der Wasserwerkstatt werden Alkalien und Biozide verwendet, die verhindern sollen, dass die Häute faulen. Die Enthaarung der Häute wird mit Natriumsulfid und Kalk vernommen, die Häute anschließend abgespült. Die Kalksalze müssen danach wieder gelöst werden.

Ärmere Länder besonders belastet

Bei der Gerbung fallen je nach Verfahren extrem hohe Mengen an Gerbereiabwässern an, die mit Mineralsalzen (vor allem Chrom) belastet sind.

In Mitteleuropa ist die Zahl der lederherstellenden Betriebe in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Diese Betriebe werden auch vergleichsweise gut überwacht. Ganz anders sieht es in den Ländern des Südens aus, in denen ein Großteil des heute für Massenprodukte verwendeten Leders hergestellt wird.

Giftcocktail

In Gerbereiabwasser finden sich neben Fleisch- und Fettresten und Haaren vor allem die Rückstände der verwendeten Gerbstoffe, zum Teil in sehr hohen Konzentrationen. Die Zusammensetzung und Konzentration von Schadstoffen im Abwasser hängt dann jeweils davon ab, welche Gerbverfahren verwendet wurden. Werden mineralische Gerbstoffe verwendet, kann das Abwasser Chrom, Aluminium, Titan oder Eisen enthalten. Werden synthetische Gerbstoffe eingesetzt, können Formaldehyd und Phenole im Abwasser vorhanden sein.

Das Abwasser aus der Produktion und Färbung des Leders kann zudem schwermetallhaltig und somit giftig für die Umwelt sein.