Färbung

Lederjacken_by_Rainer Sturm_pixelio.de

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Damit aus dem gegerbten Rohleder modische Gegenstände wie Jacken, Mäntel, Taschen oder Schuhe entstehen, wird das Leder in der Regel gefärbt. „Ungefärbtes Naturleder“ taucht nur selten in den Beschreibungen von Modeartikeln auf. Nach der Gerbung hat das Leder je nach Gerbstoff eine bestimmte Grundfärbung. Pflanzlich gegerbtes Leder ist eher braun, mit Alaunen gegerbtes Leder weiß und chromgegerbtes Leder blaugrau. Mit der Färbung erhält das Leder auch eine erwünschte Oberfläche – glatt, glänzend, matt, geprägt, mit oder ohne Motiv oder grafische Zeichen.

1. Schicht: Anilinfarbstoffe

Nach der Gerbung werden die meisten Leder in Fässern durchgefärbt. Dabei werden Anilinfarbstoffe verwendet, synthetische Farbstoffe, die besonders farbecht und beständig sind. Diese Farbstoffe sind transparent und lassen die Struktur des Leders noch gut sichtbar. Glatt- und Rauleder, die darüber keine weitere Farbschicht erhalten, nennt man auch Anilinleder.

2. Schicht: Pigmente

Über der Anilinschicht wird bei vielen Ledern eine Pigmentschicht aufgetragen. Diese Deckfarben werden häufig aufgespritzt. Dies wird besonders bei strapazierten Ledern gemacht, beispielsweise bei Auto-, Möbel- und Schuhleder. Das Leder wird dadurch wasserabweisend, aber auch härter.

Problem Azofarbstoffe

Als Farbstoffe wurden lange Zeit Azofarbstoffe verwendet, die synthetisch hergestellt werden und sehr kräftige Farben haben. Diese Farbstoffe sind an sich nicht gesundheitsgefährdend. Einige Azofarbstoffe können jedoch aromatische Amine freisetzen, etwa durch Schweiß oder Speichel. Diese Amine werden als giftig und krebserzeugend eingestuft. In Europa ist die Verwendung von Azofarbstoffe inzwischen per Richtlinie verboten. Bei einer europaweiten Studie, die vom österreichischen Umweltbundesamt geleitet wurde, stellte man noch 2008 fest, dass bei 2,5 Prozent von 361 getesteten Textil- und Lederprodukten aus dem asiatischen Raum die geltenden Grenzwerte der Richtlinie überschritten wurden.

Azofarbstoffe werden in vielen Ländern weiter verwendet. Und das ist nicht nur für die Verbraucher ein Problem. Wie Studien nachgewiesen haben, ist das Risiko einer Erkrankung an Blasenkrebs für die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Lederindustrie erheblich höher. Grund sind die Azofarbstoffe auf Benzidinbasis, die besonders billig sind und ein brillantes Schwarz ergeben.