Palmöl und Umwelt

Die mit Abstand größten Exporteure von Palmöl sind Indonesien und Malaysia. 2011 exportierten sie laut dem kirchennahen Südwind-Institut rund 180 Millionen Tonnen bzw. 161 Millionen Tonnen.

Plantagen auf Regenwald- und Torfflächen

Wie viel Hektar insgesamt weltweit mit Ölpalmen bepflanzt sind, darüber gehen die Angaben auseinander. Schätzungen gehen von fünf bis sieben Millionen Hektar aus. Laut dem kirchennahen Südwind-Institut wurde allein in den Jahren 2000 bis 2009 die Fläche jährlich um 340.000 Hektar erweitert. 70 Prozent der Plantagen wurden auf zuvor anderweitig bewaldeten Flächen – häufig Regenwaldgebiete - angepflanzt, 25 Prozent auf früheren Torfflächen.

Regenwald schrumpft

Entsprechend dramatisch ging die Regenwaldfläche zurück. Allein zwischen 2004 und 2012 schrumpften die Waldgebiete in Indonesien und Malaysia laut dem Internationale Forschungsinstitut für Agrar- und Ernährungspolitik (IFPRI) um 13 Prozent, von einer Million Quadratkilometer auf gut 900.000 Quadratkilometer. Prognosen gehen davon aus, dass sie bis 2020 noch einmal um ca. 15 Prozent zurückgehen werden. Das ist eine Fläche von fast 15 Millionen Hektar. In Indonesien sind nach Schätzungen des Umweltinstituts München schon heute nur noch 25, in Malaysia sogar nur noch elf Prozent der ursprünglichen Wälder intakt.

Belastung für das Weltklima

Mit dem Regenwald verschwinden die angesichts des Klimawandels wichtigen Kohlendioxid (CO2)-Senken. Wird Torfboden bebaut, so wird zusätzlich noch sehr viel mehr klimaschädliches CO2 frei. Pro Tonne Palmöl, so Schätzungen des Umweltinstituts München, werden dann zehn bis 30 Tonnen CO2 freigesetzt. Indonesien emittiert mit den Rodungen inzwischen mehr CO2 als Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen.

Orang-Utans gefährdet

Durch die Rodungen und die Ölpalmen-Monokulturen sind außerdem unzähligen Tier- und Pflanzenarten gefährdet. Ein besonders prominentes und dramatisches Beispiel sind die Orang-Utans auf der zu Indonesien gehörenden Insel Sumatra. Deren Zahl sank laut Umweltinstitut seit 1990 aufgrund der Umwandlung von Regenwald zu Palmölplantagen um 91 Prozent. Die Menschenaffen hätten kaum noch eine Überlebenschance und könnten schon in zehn Jahren ausgestorben sein.

Unternehmen kaufen Regenwaldflächen

Ursache für die rasant zunehmende Fläche von Ölpalmenplantagen in Indonesien ist, dass es in- und ausländische Konzernen häufig leicht gemacht wird, Land zu pachten und zu kaufen. Viele Unternehmen haben sich laut IFPRI allein in Indonesien zwischen 2000 und 2009 vorsorglich 3,3 Millionen Hektar gesichert, ohne dass diese bereits genutzt würden. Viele Prognosen gehen davon aus, dass die Nachfrage und damit die Anbaufläche in den kommenden Jahren weiter steigen wird, weil auch der weltweite Bedarf an Nahrungsmitteln und Treibstoff zunimmt.

Links:

Palmöl: vom Nahrungsmittel zum Treibstoff; Studie des Südwind-Instituts: http://www.suedwind-institut.de/fileadmin/fuerSuedwind/Publikationen/2011/2011-2_Palmoel_Langfassung.pdf

Umweltinstitut München: Agrokraftstoffe – ökologische Folgen: http://umweltinstitut.org/faq/agro-kraftstoffe/oekologischefolgen525.html