Palmöl und Bevölkerung

Der größte Teil der Ölpalmen wird in großen Plantagen angebaut – die Zahl der Kleinbauern ist gering. Eine Studie der Hilfsorganisation Brot für die Welt, der Vereinigten Evangelischen Mission und des kirchennahen Instituts Südwind hat in Indonesien beobachtet, dass in vielen Fällen die lokale Bevölkerung ihre Landtitel verliert und das Land an große in- und ausländische Unternehmen verkauft wird. Dies durchzusetzen ist nicht schwer: Das Palmölanbauland Nr. 1 gehört laut der Organisation Transparency International zu den korruptesten Ländern der Welt.

Laut der in Berlin ansässigen Menschenrechtsorganisation Watch Indonesia! gab es seit 1998 über 500 Fälle von teils gewaltsamen Konflikten um Palmöl-Plantagen. Häufig würden Bauern gezwungen, auf dem Land, das ehemals ihnen gehörte, als Tagelöhner zu arbeiten. Besonders betroffen seien indigene Völker, denen mit den Regenwäldern die Lebensgrundlage entzogen werde.  Laut Brot für die Welt greifen die Palmöl-Konzerne oft auch auf schlecht bezahlte Wanderarbeiter zurück, die sie aus anderen Landesteilen auf die Plantagen holen. Diese Praxis führt zu zusätzlichen sozialen Problemen.