Süchtig nach Süßem

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie lag der Pro-Kopf-Verbrauch von Süßwaren 2012 in der Bundesrepublik bei 31,96 Kilogramm. Im Schnitt nehmen wir pro Tag 31 Teelöffel Zucker zu uns, verteilt auf Süßwaren, Brotaufstriche, Säfte, Softdrinks und so weiter. Es gibt aber Ausreißer, die die Tagesbilanz rasch kippen lassen. Ein Liter Cola enthält rund 100 Gramm Zucker, eine Tafel Schokolade je nach Art zwischen 50 und 60 Gramm, ein einzelnes Gummibärchen schon 1,5 Gramm.

Die negativen Auswirkungen von übermäßigem Konsum von Süßwaren sind bekannt – aber kann man auch richtig süchtig nach Süßem werden?

Zucker ist keine Droge wie Heroin oder Alkohol und erzeugt somit auch keine körperliche Abhängigkeit. Aber Zucker und zuckerhaltige, süße Nahrungsmittel können durchaus suchtähnliche Verhaltensweisen hervorrufen. Dann konsumiert man exzessiv Süßwaren, ohne aufhören zu können, und wird immer wieder rückfällig – auch gegen den eigenen Willen. Solche Essstörungen können schon bei Kindern auftreten. Gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können die Folge sein.

Übrigens sind Diabetiker-Produkte sozusagen „vom Tisch“: Die früher reichlich beworbenen Spezialanfertigungen enthielten zwar keinen Zucker, sondern stattdessen Fructose oder Zuckeraustauschstoffe. Das brachte für den Blutzuckerspiegel insgesamt wenig, belastete aber den Körper, weil diese Zuckeraustauschstoffe schnell abführend wirken. Zudem waren diese Produkte oftmals auch sehr fett- und energiereich. So unterstützten sie ungünstige Ernährungsgewohnheiten und trugen sogar zu zusätzlichem Übergewicht bei. Aus diesem Grund dürfen spezielle Diabetiker-Produkte seit dem Jahr 2012 nicht mehr verkauft werden, der Hinweis „Für Diabetiker geeignet“ auf anderen Lebensmitteln ist ebenfalls verboten.