Warum braucht die Gesellschaft Ehrenamtliche

Ehrenamtliche führen Arbeiten aus, die der Staat, soziale Einrichtungen und Träger oder andere Institutionen nicht finanzieren können oder wollen. Sie füllen damit eine wichtige Lücke in der Versorgung der Gesellschaft durch professionell ausgeführte Erwerbsarbeit.

Es gibt ganze gesellschaftliche Bereiche, die ohne ehrenamtliches Engagement nicht funktionieren würden. Dies gilt etwa für das Vereinswesen oder – vor allem in den ländlichen Gebieten – für die Freiwilligen Feuerwehren. In anderen Bereichen unterstützen Ehrenamtliche wesentlich die Arbeit von wenigen bezahlten Hauptamtlichen, etwa in den Kirchen, beim THW oder beim Roten Kreuz.

In die Diskussion gerät immer wieder die Frage nach der Grenze zwischen Ehrenamt und bezahlter Arbeit. Angesichts klammer Kassen kann es für die Kommunen verführerisch sein, sich aus der Finanzierung von Einrichtungen des Sozialwesens, der Kultur oder des Sports zurückzuziehen, wenn die dort geleistete Arbeit auch unentgeltlich getan würde. So sehen sich die Tafeln, die unverkaufte Waren aus Supermärkten an Bedürftige weitergeben, oft dem Vorwurf ausgesetzt, dass hier eine ursprünglich staatliche Aufgabe – die wohlfahrtsstaatliche Armenhilfe – sozusagen privatisiert würde. Auch kann die unentgeltliche geleistete Arbeit von Ehrenamtlichen dazu führen, dass bezahlte Tätigkeiten von Hauptamtlichen in Frage gestellt werden. Wer sich ehrenamtlich engagiert, wird über kurz oder lang mit solchen Fragen konfrontiert – ein Problembewusstsein ist nach Erkenntnissen aus Umfragen der jüngeren Zeit vorhanden.