Hilfe bei Überforderung

Bei der Suche nach einem Ort, an dem Sie sich ehrenamtlich engagieren können, sollten Sie immer fragen, ob die Ehrenamtlichen dort fachlich und persönlich begleitet werden. Bei ehrenamtlichen Tätigkeiten geht es fast immer um Beziehungsarbeit, um Arbeit mit Menschen – häufig mit Menschen in schwierigen Lebenslagen. Da kann es zur Begegnung mit Notlagen wie Flucht und Kriegserfahrungen, mit Krankheit, Pflegebedürftigkeit und Sterben kommen. Bei aller Hilfsbereitschaft müssen Sie sich selbst fragen, ob es nicht Grenzen geben kann, an denen Sie nicht unmittelbar weiter wissen. Nicht jeder ist automatisch als Profi in Sachen Mitmenschlichkeit geboren.

Das bekommen zum Beispiel die Helfer bei den Tafeln zu spüren. Da gibt man nicht einfach warme Mahlzeiten an Bedürftige aus, sondern bekommt schnell dramatische Lebensgeschichten zu hören, die einen fassungs- oder ratlos machen können. Da Sie von Natur aus hilfsbereit sind, fällt es Ihnen vielleicht schwer, sich abzugrenzen und nur auf die eine Aufgabe zu beschränken, die Menschen punktuell mit Lebensmitteln zu versorgen. Und doch können Sie nicht alle Probleme der Welt lösen. Um das rechte Maß zu finden, die eigene Hilflosigkeit in den Griff zu bekommen und nicht zu resignieren ist der Austausch mit anderen Ehrenamtlichen oder einem geschulten Supervisor enorm wichtig. Auch Helfern muss mitunter geholfen werden.

Auch gibt es immer wieder mal Reibungspunkte um das jeweilige ehrenamtliche Engagement selbst. Vielleicht gibt es Konflikte über die richtige Organisation der Hilfsarbeit, vielleicht verstehen sich Ehrenamtliche und Hauptamtliche nicht immer gut oder unter den Ehrenamtlichen gibt es Konflikte. Viel ist erreicht, wenn es regelmäßige Termine gibt, an denen etwaige Konflikte angesprochen und gegebenenfalls behoben werden können, zum Beispiel in Form eines Jour Fixe für Ehrenamtliche und die für sie zuständigen hauptamtlich Beschäftigten.

Erkundigen Sie sich bei den Einrichtungen danach, welche Beratungs- und Unterstützungsangebote es für die Ehrenamtlichen gibt.