Berufstätigkeit und Ehrenamt

Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer sollten Sie Ihrem Arbeitgeber eine ehrenamtliche Tätigkeit mitteilen, wenn diese regelmäßig stattfindet und einen gewissen zeitlichen Aufwand mit sich bringt. Der Arbeitgeber darf dieses Engagement nur in Ausnahmenfällen untersagen, etwa wenn der Ruf des Betriebs durch das Engagement geschädigt werden kann oder der zeitliche Aufwand für das Ehrenamt so groß ist, dass die Arbeitsleistung darunter leiden kann. Hier eine Abgrenzung zu finden, ist nicht einfach. Generell dürfen die Erwerbstätigkeit und das Ehrenamt zusammen die gesetzlich geregelte maximale Höchstdauer der Wochenarbeitszeit nicht überschreiten. Diese ist auf 48 Stunden (6 mal 8 Stunden) festgelegt.

Konflikte mit dem Arbeitgeber können auftauchen, wenn die freiwillige Arbeit in die normale Arbeitszeit fällt. Bei den ehrenamtlich tätigen Helfern des Technischen Hilfswerks (THW), die nach einer Katastrophe relativ kurzfristig für mehrere Tage zu einem Hilfseinsatz aufbrechen müssen, ist eine Freistellung gesetzlich geregelt, bei den freiwilligen Helfern und Mitarbeitern an einem Großereignis wie einem Kirchentag oder Turnfest nicht. Das ist dann eine Frage des Aushandelns. Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, eine Freistellung für solche Tätigkeiten zu genehmigen. Ein weitere Ausnahme sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, die für Einsätze und Weiterbildungsmaßnahmen freigestellt werden müssen.

Wenn sich Ihr Arbeitgeber quer stellt, müssen Sie wohl oder übel Urlaubstage nehmen, um Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nachzukommen. Arbeitgeber können nur dann ehrenamtliche Tätigkeiten im Urlaub untersagen, wenn die Regeneration der Beschäftigten im Urlaub und damit die Arbeitsleistung nach dem Urlaub nicht gewährleistet sind.