Das Ehrenamt im Lebenslauf

In den Personalbüros von Unternehmen scheint es unterschiedliche Ansichten darüber zu geben, ob eine ehrenamtliche Tätigkeit für oder eher gegen einen Bewerber spricht. Die einen schätzen das unentgeltlich, freiwillige Engagement des Bewerbers, da dies auf eine generell höhere Einsatzbereitschaft, auf Teamgeist und soziale Kompetenzen schließen lässt. Andere scheinen eher die Befürchtung zu hegen, dass der Bewerber zu viele Eisen im Feuer haben könnte und sich vielleicht nicht unbedingt genug für die neue Arbeit einsetzt.

So oder so, Ehrenämter gehören auf jeden Fall in den Lebenslauf, wenn Sie sich bei einem neuen Arbeitgeber bewerben. Auch wenn dieser eher gegen ein außerberufliches Engagement eingestellt sein – und damit zur Minderheit der Arbeitgeber im Land zählen – sollte, so würde er ein Verschweigen der freiwilligen Tätigkeit zu einem späteren Zeitpunkt übelnehmen können.

Personalleiter werden immer ein ehrenamtliches Engagement zu schätzen wissen, wenn dessen Form direkt etwas mit Form der Arbeit zu tun hat, für die Sie sich bewerben. Wenn Sie also eine Stelle im Verkauf anstreben, wird es sich zweifellos als positiv für Sie erweisen, wenn Sie schon erfolgreich UNICEF-Karten auf einem Weihnachtsmarkt oder an der Haustür verkauft haben. Ebenso wird es sich kaum als Nachteil für Sie auswirken, wenn Sie ehrenamtlich in Jugend- und Freizeiteinrichtungen gearbeitet und dort Feriencamps organisiert haben. Organisationsfähigkeit und kommunikative Kompetenzen sind schließlich überall gefragt.

Zu empfehlen ist jedoch, die ehrenamtliche Tätigkeit im Lebenslauf sachlich und sachgerecht darzustellen. Wer allzu dick aufträgt, kann im Bewerbungsgespräch bei Nachfragen schnell ins Stottern kommen. Suchen Sie bei Ihrer Formulierung nach den Aspekten Ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit, die am ehesten mit Ihrer gewünschten Arbeitsstelle in Verbindung zu bringen sind. Und seien Sie sorgfältig bei Ihren Angaben, wenn Sie sich bei politischen Parteien, Bürgerinitiativen oder  Nichtregierungsorganisationen engagieren. Wenn Sie allzu deutlich Position beziehen, kann ein Personalleiter, der nicht Ihrer Meinung ist, es allzu verführerisch finden, Sie auszusortieren.