Orangensorten

Rund um den Globus gibt es inzwischen etwa 400 verschiedene Orangenkulturformen. Für den kommerziellen Anbau durchgesetzt haben sich davon etwa 15 Sorten. Sie werden je nach Farbe oder Säuregrad unterschieden in Bitterorangen (Sauerorangen, Pomeranzen) und vier Gruppen von süßen Orangensorten: Blondorangen (auch: Rundorangen), Navelorangen (auch: Nabelorangen), pigmentierten Orangen (Blut- und Halbblutorangen) sowie säurefreien Orangen (auch: Zuckerorangen). Ihre Haut ist je nach Sorte dünn und glatt oder dick und rau.

Weiterhin wird auch nach Reifezeiten unterschieden. Für die Anbaugebiete im mediterranen Klima gilt: Frühreife Sorten werden von Herbst bis Dezember geerntet, mittelspät reifende von Dezember bis März und der Verkauf von Spätorangen erstreckt sich März bis Juni. Von diesen Perioden hängt ab, welche Orangen bei uns erhältlich sind. Wenn die Reifephasen am Mittelmeer vorbei sind, versorgen uns die Länder der Südhalbkugel wie Brasilien und Südafrika mit dem beliebten Zitrusobst.

Bitterorangen


Bitterorangen, auch Pomeranzen oder Sauerorangen genannt, waren die ersten Orangen, die kultiviert wurden. Sie haben eine dicke und raue bis höckerige Schale. Ihr Fruchtfleisch schmeckt sehr sauer und hat einen starken bitteren Beigeschmack. Zum Verzehr eignen sich die frischen Früchte daher nicht.

Allerdings enthält die Schale von Bitterorangen viele ätherische Öle. Das bittere Orangenöl wird durch Kaltpressung aus der Schale gewonnen und Likören wie Cointreau und Grand Manier sowie anderen Lebensmitteln beigemischt. Als Duftstoff wird es in Kosmetika verwendet. Aus Bitterorangen selbst wird Orangenmarmelade gekocht. Und zur Herstellung der Backzutat Orangeat eignen sich die dicken Schalen der Bitterorangen. Sie werden zunächst von der weißen Haut befreit, anschließend getrocknet und mit viel Zucker kandiert.

Blondorangen


Die Blondorangen, auch Rundorangen genannt, sind die wichtigste Orangengruppe im weltweiten Handel, angeführt von der Sorte Valencia Orange. Die Valencia Orange ist mittelgroß, spätreifend und durch ihren hohen Saftgehalt eine beliebte Saftorange. Damit die Früchte schön süß schmecken, lässt man sie nach der Blütezeit sieben bis zehn Monate am Baum reifen.
Von März bis Juni werden sie vor allem aus Spanien nach Deutschland importiert. In den anderen Monaten kommen sie aus Brasilien und Südafrika. Weitere Sorten der Blondorangen sind die ursprünglich aus Palästina stammenden Jaffaorangen sowie Baladi, Hamlin und Hart’s Tardiff.

Navelorangen


Die Navelorangen bzw. Nabelorangen verdanken ihren Namen einer kleinen nabelähnlichen Wölbung an ihrer Spitze. Sie lassen sich besonders leicht schälen und ihr Fruchtfleisch ist sehr aromatisch, saftig und süß, weshalb sie gerne als frische Früchte gegessen werden. Zum Auspressen sind sie allerdings aufgrund des enthaltenen Bitterstoffs Limonin weniger geeignet. Schon in kleinen Mengen lässt dieser Stoff den Saft bitter schmecken. Die heute wichtigste Sorte der Navelorangen heißt Washington Navel und wurde vermutlich im 18. Jahrhundert von Portugal nach Brasilien und später von dort in die USA importiert.

Blutorangen


Blutorangen sind mittelspät, also von Dezember bis März, reifende Orangen und haben eine leicht bis tiefrote Farbe. Die weniger dunklen Sorten heißen auch Halbblutorangen. Grund für die Färbung von Halbblut- und Blutorangen ist der in der Frucht enthaltene Pflanzenfarbstoff Anthocyane. Fruchtfleisch und Schale färben sich jedoch erst dann rot, wenn der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht groß und das Klima trocken genug ist. Hauptlieferländer für Blutorangen sind Italien, Spanien und Südafrika.

Säurefreie Orangen


Säurefreie Orangen sind frühreife Orangen und können vom Spätherbst bis frühen Winter geerntet werden. Sie sind in Europa jedoch wenig begehrt. Hier wird ihr Geschmack oft als zu wenig aromatisch empfunden. Allerdings ist diese Orangensorte aufgrund der fehlenden Fruchtsäure sehr süß und daher mitunter bei Kindern sehr beliebt.  Ebenso in den Ländern des Mittleren Osten wie Ägypten und Indien aber auch in Brasilien werden säurefreie Orangen gern gegessen. Spezielle Sorten sind zum Beispiel die indische Mosambi-Orange und die in Südamerika verbreitete Lima-Orange.