Ökologischer Anbau

Orangen mit dem EU-Bio-Siegel werden nach den Richtlinien der EU-Verordnung Ökologischer Landbau produziert. Auch Bio-Orangen aus nicht EU-Ländern wie Brasilien müssen den EU-Richtlinien entsprechen. Das heißt unter anderem, dass während des Anbaus und auch nach der Ernte keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel verwendet werden dürfen.

In der Bio-Landwirtschaft sind nur natürliche Methoden zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten erlaubt. Beispiele sind die Verwendung von Fruchtfliegenfallen, Brennnessel- und Pflanzenjauchen und gezieltes  Aussetzen natürlicher Schädlingsfresser wie Schlupfwespen gegen Läuse. Auch die Ansiedelung von Vögeln, Insekten und Käfern, die sich vom Ungeziefer ernähren, wird gefördert.

Für die Düngung wird Mist und Kompost verwendet, statt mineralischer
Stickstoffdünger. Typischerweise ist der Boden der Bio-Orangenplantagen auch nicht kahl, sondern mit speziellen Saaten begrünt. Diese sogenannte Gründüngung versorgt Boden und Pflanzen mit Nährstoffen und hält gleichzeitig ungeliebtes Unkraut fern. Auch die chemische Behandlung nach der Ernte, etwa mit Fungiziden, ist bei Bio-Orangen nicht erlaubt. Die Schale enthält daher so gut wie keine Pestizidrückstände und ist auch roh zum Verzehr geeignet.

EU-weit werden Bio-Zitrusfrüchte in vier Ländern angebaut, nämlich in Italien, Spanien, Griechenland und Zypern. Insgesamt nutzten sie 2011 von ihrer gesamten Zitrus-Agrarfläche 5,3 Prozent für die Bio-Produktion. Italien ist Spitzenreiter mit fast 22 Hektar Land. Spanien ist zwar der wichtigste Zitrusfrüchtelieferant der EU, pflanzt aber bisher nur einen kleinen Bruchteil des Obstes nach Bio-Richtlinien an. Allerdings ist die Tendenz in den letzten Jahren stetig steigend.

Weil der Bio-Orangenanbau mehr Aufwand und höhere Produktionskosten für die Bauern bedeutet, kosten sie im Laden etwa doppelt so viel wie die konventionellen Vertreter ihrer Art.