Konventioneller Anbau

Im konventionellen Anbau werden die Orangenbäume auf Plantagen in Monokulturen gepflanzt. Für die leichtere Ernte werden die Bäume, die in freier Natur mitunter bis zu 10 Meter hoch wachsen, auf 5 Meter gekürzt.

Das Ziel vor allem der großen Agrarunternehmen im Orangenanbau ist, möglichst schnell und billig immer höhere Ernteerträge zu erwirtschaften. Um dies zu erreichen, setzen sie auf die Hilfe von Pestiziden und synthetisch hergestellten Mineraldüngern. Die Zufuhr von zusätzlichen Nährstoffen in der Landwirtschaft hat zwar eine lange Tradition, doch eine übermäßige Düngung und Behandlung mit Schädlingsbekämpfungsmitteln wie sie in der Intensiven Landwirtschaft betrieben wird, schadet der Umwelt.

Mögliche Folgen sind die Ermüdung des Bodens, die Verunreinigung des Grundwassers und die Beeinflussung des natürlichen Gleichgewichts der Orangenbäume. Durch die intensive künstliche Behandlung wird ihr natürliches Versorgungssystem und ihr Selbstschutz gegen Schädlinge gestört. Weiterhin kann aufgrund der häufig eingesetzten Herbizide auf den Plantagen zudem keine Bodenbegrünung gedeihen. Auch Bienen und andere nützliche Insekten überleben den hohen Einsatz von Giftstoffen nicht. Ein weiterer Nachteil ist der enorme Energieaufwand bei der Herstellung synthetisch-chemischer Düngemittel.

Umstritten ist aber auch die intensive chemische Behandlung, die konventionelle Orangen noch nach der Ernte erhalten. Ist ihre Schale noch leicht grün, werden sie mit Pflanzenhormon Ethylen begast. Dieser Vorgang wird „Entgrünen“ genannt, weil so das grüne Chlorophyll in der Schale abgebaut wird und die Orangen ihre, für Verbraucher gewohnte, Farbe erhalten. Zur Vorbeugung von Schimmelbildung während Lagerung und Transport werden sie außerdem in Fungiziden gebadet. Den Großteil nachgewiesener Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf Orangen stammen aus solchen Behandlungen mit Antipilzmitteln nach der Ernte. Werden festgelegte Grenzwerte eingehalten, gehen Wissenschaftler allerdings nicht von einer Gefährdung der Gesundheit aus.

Welche Pflanzenschutz- und Düngemittel zugelassen sind, kann in der EU je nach Anbauland und Gesetzeslage unterschiedlich sein. So werden beispielsweise in Spanien Spritzmittel eingesetzt, die in Deutschland für die Verwendung im Orangenanbau verboten sind. Obst, das mit diesen Pestiziden behandelt wurde, darf aber auch in deutschen Supermärkten verkauft werden. Entscheidend ist, dass die Pestizidrückstände unter den gesetzlich festgelegten EU-Grenzwerten liegen. Diese gelten für alle Mitgliedsländer.