Krankheiten und Gentechnik

Schädlinge sind natürlicher Bestandteil der Landwirtschaft. Auch im Orangenanbau kämpfen die Bauern gegen Insekten und Krankheiten, die die Gesundheit der Bäume und Ernteerträge gefährden. Schädlingsbefall kann die gesamte Orangenwirtschaft einer Region stark belasten und sich sogar weltweit über verschiedene Kontinente hinweg verbreiten.

Nur für einige Krankheitsverursacher gibt es bereits biologische Gegenmittel wie die Züchtung spezieller Parasiten, die die Krankheitserreger fressen oder die/das  in der Obstzucht übliche Transplantation/Aufpropfen resistenter Sorten. Die Erforschung solcher Mittel braucht allerdings Zeit und ist nicht immer erfolgreich. Daher setzen viele Landwirte auf Pestizide, auch wenn das oft die Produktionskosten in die Höhe treibt.

Als Lösung des Problems ist ebenfalls Gentechnik  im Gespräch. Derzeit vor allem gegen die aus Indien und China stammenden Pflanzenkrankheit „Huanglongbing“ (auch „Citrus Greening“). Gegen sie soll eine mit einem Spinat-Gen ausgestattete Orange Abhilfe bringen. „Huanglongbing“ ist eine Krankheit, die alle Zitruspflanzen befallen kann. Durch Insekten gelangen die Erreger (Mikroben) in die Pflanzen und kappen den Transport der Nährstoffe. Die Früchte werden unbrauchbar  und die Bäume sterben schon nach wenigen Jahren ab.

Die Krankheit ist in allen Orangenanbaugebieten der Welt zu finden, nur Australien und Europa blieben bisher verschont. Stark betroffen sind auch die großen Riesen der Branche Florida und Brasilien. Als Ursache für die ungehinderte Verbreitung der Krankheit gelten auch die Monokulturen, auf denen die Erreger keine genetischen Barrieren durch andere Pflanzen vorfinden. Hier verbreitet sich „Huanglongbing“ in rasantem Tempo und sorgt seit 2011 für enorme Ernteverluste.

Das US-amerikanische Landwirtschaftsministerium spricht von einer der schwerwiegendsten Zitrusseuchen der Welt, für die es im Jahr 2014 noch kein Gegenmittel gibt. Bisher müssen erkrankte Bäume verbrannt  und neue Pflanzen intensiv mit Insektiziden und Dünger  versehen werden, um sie so lange wie möglich vor der „Huanglongbing-Krankheit“ zu bewahren. Von Menschenhand eine resistente Sorte zu züchten ist wegen der besonderen Art der Vermehrung bei Orangen sehr schwierig. Der traditionelle Weg über Kreuzzüchtungen ist nicht möglich.