Orangen als Frischfrucht

In Deutschland erhältliche Orangen werden hauptsächlich aus Spanien und Italien importiert. Nach Äpfeln und Bananen sind sie das dritt liebste Frischobst bei deutschen Verbrauchern und sie sind für wenig Geld zu haben. Im Ringen um die Gunst der Verbraucher herrscht unter den großen Einzelhandelsunternehmen ein harter Preiskampf. Außer in Spanien, sind Orangen in keinem europäischen Land so billig wie in Deutschland.  Durchschnittlich kostet hier 1 kg Orangen nur 1,05 Euro. Die bekanntesten Speiseorangen sind Navellinas, Lane Late und Navel Late Orangen.

Der Preisdruck wird über Zwischenhändler und Verarbeitungsbetriebe bis an den Anfang der Wertschöpfungskette an die Landwirte und Pflücker weitergegeben. Der Preis, den diese für ihre Orangen bekommen (2010 ca. 13 Cent/kg) liegt oft unter dem Erzeugerpreis und reicht somit nicht einmal aus, um die Produktionskosten zu decken. Da Orangen nicht maschinell gepflückt werden können, bedeutet die Ernte einen hohen Arbeitsaufwand. Damit das Geschäft sich für die Erzeuger überhaupt noch trägt, werden dafür daher besonders billige Arbeitskräfte eingesetzt. In Spanien und Italien sind das oft Flüchtlinge aus Afrika. In Brasilien arbeiten auf den Plantagen Landlose und auch Kinder. Außerdem geht das Preisdumping zu Lasten der Umwelt. Die Bauern versuchen, die niedrigen Verkaufspreise durch höhere Erntemengen unter umfangreichem Einsatz von Pestiziden und künstlichem Mineraldünger auszugleichen.

Obwohl Brasilien im Orangenanbau weltweit an der Spitze steht, hat das Land im Jahr 2010 nur etwa 41 000 Tonnen seiner insgesamt 20,6 Mio. Tonnen exportiert. Das entspricht 1,9  Prozent. Bei anderen Anbauländern macht der Exporthandel einen wesentlich größeren Anteil aus. So verlassen südafrikanische und spanische Orangen mindestens zur Hälfte als Frischfrucht-Exportware das Land.