Faitrade-Kooperative Coagrosol

Der brasilianische Bundesstaat São Paulo gilt als Orangenregion, seit dort in den 70er Jahren der Anbau der Zitrusfrüchte als Alternative zum Kaffee staatlich gefördert wurde. Mittlerweile ist Brasilien der weltgrößte Exporteur von Orangensaftkonzentrat.

Als die Weltmarktpreise für Orangen sehr niedrig waren, suchten die Kleinbauern gemeinsam mit Gewerkschaften,  der Universität San Carlos sowie Fairhandelsorganisationen nach Alternativen. Im Jahr 2000 schlossen sich Orangen-Kleinbauern zur Genossenschaft COAGROSOL zusammen, die heute 61 Mitglieder hat.

Jede Mitgliedsfamilie bewirtschaftet einen 6 bis 25 Hektar großen Orangenhain. Um vom Obstverkauf leben zu können, sind wenigstens 15 Hektar je Familie nötig. Selbstständig organisierte Pflückerinnen und Pflücker unterstützen die Familienbetriebe bei der Ernte, die Früchte werden bei COAGROLSOL in Handarbeit vom Baum genommen. Auch die Pflücker profitieren vom Fairen Handel. Neben einer geregelten und existenzsichernden Bezahlung können sie Kurse in Anspruch nehmen, in denen sie zum Beispiel lesen und schreiben lernen. Für die Kinder der Pflücker werden Computerkurse angeboten und bei schulischen Schwierigkeiten wird ihnen geholfen. Viele der Erntehelfer sind Mitglied der Pflückergewerkschaft.

Im herkömmlichen Handel müssen die Bauern oft lange auf das Geld für ihre Orangen warten. Damit COAGROSOL sie direkt bei der Ablieferung bezahlen kann, gewährt die deutsche Partnerin GEPA der Genossenschaft auf Wunsch einen Vorschuss von 60 Prozent des Warenwerts. Mit dem Fairhandelspreis wird darüber hinaus auch die Verarbeitung der handverlesenen Früchte zum Konzentrat, das Abfüllen, der Export und die Weiterbildung der Bauern, zum Beispiel zu Methoden des ökologischen Anbaus, bezahlt.