Kakao

Die Heimat des Kakaobaumes ist der tropische Regenwald am Amazonas in Brasilien und an seinem Nebenfluss, dem Orinoko in Venezuela. Die Kakaopflanze war vermutlich schon den Ureinwohnern Mittelamerikas, in der Gegend um Mexiko bekannt. Von den Maya und Azteken wurde die Kakaobohne als Nahrungsmittel sowie als Heil- und Genussmittel, z. B. gegen Angstzustände, Müdigkeit und Depressionen genutzt. Die Indianer bereiteten daraus ein bitteres, fettreiches Getränk zu. Die Maya nannten es "Xocoatl", worauf der Begriff Schokolade zurückgeht. In der Sprache der Azteken wurde es als "Cacahuatl"= Kakaowasser bezeichnet. Sie verfeinerten es mit Chilis oder schwarzem Pfeffer und Vanille und süßten mit Honig. Der Kakao spielte in der indianischen Mythologie und Kultur eine große Rolle. Zurzeit der Entdeckung Amerikas dienten Kakaobohnen sogar als Münzen. Kolumbus lernte Ende des 15. Jahrhunderts als erster Europäer die Frucht des Kakaobaumes kennen.

Die Verbreitung des Kakaos
Um 1520 brachte der Eroberer Hernando Cortez die Kakaobohnen nach Europa an den spanischen Hof. Der Besitz von Kakaobohnen war zunächst privilegierten Schichten vorbehalten, Kakao verbreitete sich als exklusives Getränk. Anfangs lag das Handelsmonopol für Kakao fest in spanischer Hand. Im 17. Jahrhundert wurde begonnen, das Kakaogetränk mit Zucker zuzubereiten und auch die Herstellung von Schokolade nahm ihren Anfang. Nonnen in Guanabaco auf Kuba stellten mit dem dort gewonnenen Zucker Schokolade her, die nach Europa gebracht wurde. Beide Produkte, das süße Kakaogetränk und die Schokolade, wurden in Europa immer beliebter und traten einen dem Kaffee ähnlichen Siegeszug an.

Kakao entwickelte sich zum bevorzugten Getränk bei Hofe und wurde vor allem zur Kräftigung eingesetzt. Kakao galt dabei als Symbol von Reichtum, denn sein Handelswert lag um einiges höher als der von Tee oder Kaffee. Im 17. und 18. Jahrhundert entstanden Schokoladenstuben und auch das Volk kam in den Genuss des Schokoladengetränks. Mit steigendem Kakaoverbrauch wurde der Kakaoanbau in den Kolonien ausgebaut. In Mittel- und Südamerika, auf Sri Lanka, Indonesien, Neuguinea und den Philippinen wurden große Plantagen angelegt. In Afrika wurde mit dem Kakao-Anbau in größerem Umfang erst Ende des 19. Jahrhunderts begonnen. Vor allem in West- und Zentralafrika entwickelte sich der Kakao-Anbau stark weiter. Heute stammen mehr als 50 % der Weltptoduktion an Kakao aus Westafrika.