Zitrusfrüchte

Zitrusfrüchte

Zu den Zitrusfrüchten, die in so genannten Entwicklungsländern angebaut und auch fair gehandelt werden, zählen vor allem Orangen, Grapefruits und Limetten. Sie haben ihren Ursprung in Südostasien und gelangten dann schon in der Antike in den Mittelmeerraum, in erster Linie nach Italien, Portugal und Spanien. In den Mittelmeerländern und auch in Amerika ist eine Vielzahl von weiteren Formen entstanden.

Zitrusfrüchte werden bis heute überwiegend in subtropischen Regionen angebaut, finden aber auch in anderen Regionen Verbreitung. Die mit Abstand mengenmäßig bedeutendste Art ist die Orange, gefolgt von Mandarinen und Zitronen zu denen die verwandte Limette gehört. An vierter Stelle steht die Pampelmuse, deren Verwandte die Grapefruit ist. Weiterhin haben die Bittere Orange, die Bergamotte und die Zedratzitrone (Citrus medica) Bedeutung. Bittere Orange (Pomeranze, Citrus aurantium) wird zur Herstellung von Marmeladen, Orangeat und Likör verwendet, aus der Bergamotte wird das gleichnamige aromatische Öl gewonnen und die Zedratzitrone dient der Herstellung von Zitronat. In Ostasien werden kleinfrüchtige Zitrusarten wie Kumquats und Calamondin angebaut und zu Marmelade verarbeitet, in Europa und Nordamerika sind es beliebte Zierpflanzen. Aus den Schalen von Orangen, Mandarinen, Zitronen, Grapefruit, Bitterer Orange und Limette werden aromatische Öle gewonnen. Auch die Blätter und Blüten sind Rohstoffe für die Gewinnung ätherischer Öle wie z. B. Orangenblütenöl (Neroli Portugal) und Neroliöl aus Bitterorangenblüten.

Die Zitrusfruchtarten (Gattung Citrus) gehören zu der Familie der Rutaceae (Rautengewächse). Sie sind auf reichlich Sonnenschein angewiesen, um optimal zu gedeihen und hochwertige Früchte zu bilden. Während der winterlichen Ruheperiode vertragen sie jedoch auch kurze, leichte Fröste bis –2 °C. Früchte mit der besten Qualität wachsen in Gegenden mit Mittelmeerklima. Das gilt vor allem für Orangen und Mandarinen. Limetten und Grapefruit dagegen gedeihen auch gut im feuchtwarmen Tropenklima. Die Zitrusbäume werden je nach Sorte in einem Abstand von 4,5 bis zu 9 Metern angepflanzt und bis auf die Entfernung  von tief hängenden Zweigen und zu dichtem Wuchs in der Krone im Allgemeinen nicht beschnitten. Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass an die Früchte mehr Licht und Sonne gelangt und erleichtern die Schädlingsbekämpfung. In den USA ist eine Art Heckenschnitt entwickelt worden, mit dem die Ernte erleichtert werden soll.

Im konventionellen Anbau werden die Zitruspflanzen mit Mineraldünger gedüngt, der Boden wird meistens unkrautfrei gehalten, bei großflächigem Anbau werden Herbizide eingesetzt. Darüber hinaus kommen Fungizide oder Antibiotika zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten und Insektizide zum Einsatz. Durch eine gute Standortwahl und das Entfernen der Überträger kann man den Erkrankungen vorbeugen bzw. sie ergänzend bekämpfen. Lediglich in niederschlagsreichen Gebieten mit Mittelmeerklima lässt man im Winter Unkraut stehen oder sät gezielt Gründungspflanzen, die eine zusätzliche Düngerwirkung haben. Diese Pflanzen werden dann zum Ende der Regenzeit in den Boden eingearbeitet. Durch Sauberkeit in den Plantagen, Sorgfalt bei der Ernte und dem Umgang mit den geernteten Früchten lassen sich hier Pilzkrankheiten im Griff behalten.

Der Ertrag von Zitrusplantagen liegt bei ca. 30 t/ha und Jahr bei Orangen und Mandarinen, Zitronen und Grapefruit bringen es auf etwa 40 t/ha und Jahr. Sollen die Früchte als frische Früchte in den Handel kommen, werden sie vom Zweig abgeschnitten. Wenn sie weiterverarbeitet werden sollen, kann mit weniger Sorgfalt oder maschinell geerntet werden.

Orangen

Grapefruit

Limette

Mandarine