Anbau und Verarbeitung

Anbau und Verarbeitung

Als Sumpfpflanze braucht Reis ausreichend Wasser für ein optimales Gedeihen. Weiterhin ist ein warmes Klima erforderlich, die Temperaturen sollten während der Wachstumsphase zwischen 25 und 30° Celsius liegen. Die Minimaltemperatur sollte je nach Sorte zwischen 10 und 18° Celsius betragen, Fröste verträgt die Pflanze nicht.

Reis wird auf verschiedene Weisen angebaut, wobei sich die traditionellen deutlich von den industrialisierten Methoden unterscheiden. Im traditionellen Reisanbau werden die jungen Reispflanzen in Saatbeeten herangezogen und per Hand ausgepflanzt, wenn sie 15 bis 25 cm lang sind. Dies ist, je nach klimatischen Verhältnissen, nach etwa 18 bis 45 Tagen der Fall. Diese Methode ist mühsam und arbeitsintensiv, hat aber den Vorteil, dass in der ersten Zeit wenig Fläche und Wasser benötigt werden.

Der Boden wird erst bearbeitet, wenn er bereits unter Wasser steht. Die Felder werden dann unter Einsatz von Zugtieren wie Wasserbüffeln, Ochsen und Kühen gepflügt. Anschließend werden die Jungpflanzen in den Boden gesetzt. Die Pflege des Feldes wie z. B. das Zupfen von Unkraut erfolgt ebenfalls überwiegend in Handarbeit. Um die Stickstoffversorgung der Pflanzen zu verbessern, werden z. B. direkt Blaualgen oder der Wasserfarn Azolla, auf dessen Blättern Blaualgen wachsen, in die Felder eingebracht. Die Algen können Stickstoff aus der Luft binden und so für die Reispflanzen nutzbar machen. Nach fünf bis sechs, je nach Sorte auch nach drei bis neun Monaten, kann der Reis geerntet werden, der sich während der Reife goldgelb verfärbt hat.

Im traditionellen Reisanbau wird überwiegend per Hand mit Sicheln geerntet. Auf größeren Anbauflächen können Mähdrescher eingesetzt werden, auf kleineren Reisfeldern und an den Hängen ist das nicht möglich. Die Rispen werden anschließend an der Sonne oder in Trocknungsanlagen getrocknet und dann gedroschen. Dabei werden sie auf den Boden oder über Holzgestelle geschlagen. In einer Reismühle werden die Körner von den Spelzen getrennt und weiterverarbeitet. Das Reisstroh wird zusammen mit Dünger zum Mulchen auf die Felder gebracht.

Beim technisierten Anbau wie er in den USA, Europa und Australien praktiziert wird, wird der Reis dagegen direkt auf den Feldern mit Maschinen oder Flugzeugen ausgesät. Die großen bis riesigen Anbauflächen werden mit modernen Land- und Mähmaschinen bearbeitet, das Dreschen erfolgt mit Dreschmaschinen. Für die Wasserversorgung sorgen ausgefeilte, künstliche Bewässerungssysteme. 

Überwiegend wird Reis als Bewässerungs- oder Nassreis angebaut, in geringem Maße als Berg- oder Trockenreis. Seit vielen Jahren wird zudem an gentechnischen Veränderungen geforscht, die die Anbaueigenschaften des Reises verbessern sollen.

Nass-Reisanbau

Trocken-Reisanbau

Verarbeitung