Die Baumwollpflanze

Die Baumwollpflanze

Betrachtet man die weißen, gelben oder blassrosa bis purpurfarbenen Blüten des Baumwollstrauchs, könnte man ihn für den bei uns als Zierpflanze beliebten Hibiskus halten. Die verblüffende Ähnlichkeit ist kein botanischer Zufall, sondern liegt in der Familie: Beide Pflanzen gehören zu den Malvengewächsen. Weltweit sind etwa 300 Baumwollarten bekannt. Aber nicht alle taugen als Rohstofflieferant. Gerade vier Sorten werden landwirtschaftlich angebaut. Bis aus den Wildarten, die nur kurze Fasern haben, die heutigen langfaserigen und ertragsreichen Nutzarten gezüchtet wurden, vergingen etwa 4000 Jahre.

Baumwollsamen haben viele Haare, damit die Körner vom Wind weiter weg getragen werden können. Diese Haare werden bei den Nutzpflanzen bis zu 40 Millimeter lang und sind die Baumwollfasern. Samen und Fasern bilden sich in den kapselartigen Früchten der Pflanze heran. Rund 50 Tage nach der Blüte sind die etwa wallnussgroßen Kapseln ausgreift, platzen auf und es quellen faustgroße Samenhaar-Bäusche heraus. Anfangs sind die Fasern noch feucht und fragil. Sie werden erst beim Trocknen immer stabiler.

Jede Frucht trägt etwa 30 Samen, an denen jeweils bis zu 7.000 Samenhaare hängen. Außer mit den langen Fasern (Lint) ist der Samen mit flaumigen Haaren (Grundwolle, Linters) überzogen, aus denen man kein Baumwollgarn machen kann, weil sie zu kurz sind. Die Fasern bestehen zu 90 Prozent aus Zellulose und sind von einer dünnen Schicht Baumwollwachs umhüllt, die sie wie eine Haut vor Regen und Witterung schützt. In der Landwirtschaft wird die von Natur aus mehrjährige Baumwollpflanze in jedem Jahr neu ausgesät.

Baumwolle, die den wissenschaftlichen Namen Gossypium trägt, braucht etwa drei Monate bis zur Blüte. In der ersten Lebensphase mögen es die Pflanzen sehr feucht, um gut aufkeimen, heranwachsen und große Fruchtbäusche bilden zu können. Während hingegen zu viel Nässe in der Reifezeit die Qualität der Fasern verschlechtert. In dieser Periode sollte es zwischen 25 und 30 Grad warm und trocken sein. Baumwolle benötigt für ein ordentliches Wachstum etwa 200 frostfreie Tage, weswegen sie nur in den wechselfeuchten und trockenen Tropen und im wechselfeuchten Mittelmeerklima gedeiht. Die Regionen, in denen Baumwolle wachsen kann, werden unter dem Begriff "Baumwollgürtel" zusammengefasst. Dieses Klimaband zieht sich vom 32. Breitengrad Süd zum 37. Breitengrad Nord um den Globus.