Anbau

Der Baumwollanbau

Baumwolle wird in über 80 Ländern der Erde auf rund 35 Millionen Hektar angebaut, was etwa auch die Größe Deutschlands ist. In den letzten Jahrzehnten ist die Fläche für den Baumwollanbau kaum gewachsen, obgleich sich die Baumwollmenge seit den 70ern verdreifacht hat. Mit neuen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und der Zucht ertragsreicherer Pflanzen schafften es die Bauern, ihren Feldern immer mehr Baumwolle abzugewinnen. Doch die Intensivierung des Anbaus ist zugleich seine größte Bedrohung, denn sie entzieht der Landwirtschaft ihre wichtigste Grundlage. Chemische Belastungen, künstliche Bewässerung und triste Monokulturen rächen sich in Böden, die immer weniger fruchtbar sind, erodieren und versalzen.

Baumwolle wird auf verschiedene Arten angebaut. Die Bandbreite reicht von Kleinbauern im südlichen Baumwollgürtel, die ihre Felder noch per Hand bewirtschaften, bis zu durchtechnisierten Großbetrieben im nördlichen Baumwollgürtel, wo Maschinen die menschliche Arbeitskraft wegen der hohen Lohnkosten weitestgehend ersetzt haben. Entsprechend schwanken die Baumwollerträge je Hektar zwischen eher bescheidenen 200 Kilo in der einfachen Landwirtschaft bis zu enormen 3.000 Kilo im intensiven Anbau. Auf der nördlichen Halbkugel wird wegen der höheren Produktivität 70 Prozent der weltweiten Baumwolle geerntet.

Die Ernte ist umso wertvoller, je länger die Baumwollfasern sind. Fachleute nennen das spezielle Maß der Samenhaare Stapellänge. Sind die Fasern nicht nur lang, sondern auch fest, hell und fein, bringen sie das meiste Geld ein. Die Sorte Gossypium barbadense ist bekannt als "Sea Island Cotton" und trägt die beste Kultur-Baumwolle der Welt. Mit 29 bis 34 Millimetern bringt sie besonders lange Fasern hervor, aus denen feinste Garne gezwirnt werden. Ursprünglich in Indien beheimatet wächst sie heute vor allem im Süden der USA. Diese Edel-Baumwolle ist so anspruchsvoll, dass die Bedingungen für ihr Gedeihen oft nur künstlich geschaffen werden können. Sie bringt es deswegen nur auf drei bis vier Prozent der Welternte. Die bedeutendste Baumwollsorte Gossypium hirsutum wächst dagegen rund um den Globus und trägt Fasern mit einer mittleren Stapellänge (25 bis 28 Millimeter). Viele der angebauten Pflanzen sind neue Züchtungen oder genmanipulierte Arten.

Schädlinge

Konventioneller Baumwollanbau

Ökologischer Anbau