Schädlinge

Schädlinge

Kein anderes Nutzgewächs wird so von Schädlingen bedrängt wie die Baumwollpflanze. An ihr zehren Insekten, Würmer, Pilze und Unkräuter. Sie zerstören oder schwächen nicht nur den Strauch, auch die Qualität der Baumwolle, also die Faserlänge und -farbe, kann unter den Plagegeistern leiden.

Die schlimmsten Schädlinge der Baumwollpflanze sind tierischer Natur: Entweder verputzen sie den Sameninhalt oder verschmutzen und zerstören die Fasern. Manche Schadtiere bewirken, dass die Fruchtkapseln abfallen noch bevor sie sich öffnen und ihren Inhalt preisgeben. Andere Vertreter der Fauna machen sich über die Blätter oder Triebe der Baumwollpflanze her. Es gibt den Baumwollkapselwurm und den Baumwollwurm, aber auch den Baumwollkapselkäfer. Das Heer der tierischen Schädlinge wächst um Raupen, Milben, Wanzen, Blattläuse, Fliegen und andere an.

Auch der Boden bietet Deckung für hinterhältige Angriffe: Pilze befallen Pflanze, Sprössling oder gar schon das Saatgut. Es können Schimmelpilze in die Pflanze eindringen, die dafür sorgen, dass der Baumwollstrauch plötzlich verwelkt. Konventionelle Landwirte halten die schädlichen Erreger mit Fungiziden in Schach. Oft wird schon das Saatgut mit dem Pilzgift durchtränkt ("gebeizt"), bevor es in die Erde kommt.

Besonders in den ersten sechs bis acht Wochen des Baumwollanbaus macht Unkraut den Pflanzen zu schaffen. Denn Keimling und Jungpflanze lassen sich so viel Zeit mit dem Heranwachsen, dass unterdessen weltweit mehr als 100 Unkräuter ungestört auf den Feldern wuchern können. Dem Unkraut kommt man mechanisch oder mit Herbiziden bei. Erst wenn die Baumwollsträucher eine bestimmte Größe erreicht haben, können ihnen die pflanzlichen Konkurrenten nichts mehr anhaben.

Monokulturen bieten gute Bedingungen für die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten. Weil das natürliche Zusammenspiel verschiedener Tier- und Pflanzenarten fehlt und wegen des hohen Pestizideinsatzes leben keine natürlichen Feinde der Schädlinge auf dem Feld. Weil die Baumwollsträucher sehr eng zusammenstehen, fällt es den Schaderregern leicht, von einer Pflanze auf die nächste zu wandern.