Faire Baumwolle aus Indien

Faire Baumwolle aus Indien

Indien ist ein Mutterland der Baumwolle. Schon vor Tausenden Jahren wurde das "Weiße Gold" dort kultiviert und zu feinsten Stoffen verarbeitet. Noch heute spielt Indien bei der Baumwollproduktion und -weiterverarbeitung eine wichtige Rolle auf dem Weltmarkt.

Auf dem indischen Subkontinent wird Baumwolle inzwischen mitunter fair gehandelt. Ein Beispiel ist das Unternehmen Agrocel, das Kleinbauern Baumwolle und andere Produkte zu einem existenzsichernden Preis abkauft. Agrocel handelt mittlerweile mit 15.500 Landwirten in mehreren Bundesstaaten. Das Unternehmen unterstützt die Bauern bei der Umstellung auf den Bio-Landbau. Das Baumwollprojekt von Agrocel beschränkt sich bisher auf die trockene und arme Region Kutch im westlichsten Bundesstaat Gayarhat. Partner sind 4.000 Kleinbauern, die Baumwolle in Mischkulturen mit anderen Agrarprodukten anbauen. Mehr als 600 von ihnen stellen bereits kontrolliert biologische Baumwolle her.

Seit der Umstellung auf die integrierte und die ökologische Landwirtschaft stiegen die Einkommen der Bauernfamilien nach Angaben von Agrocel um durchschnittlich 15 Prozent. Das Unternehmen garantiert den Produzenten einen Preis, der zwischen acht und zwölf Prozent über dem Marktpreis liegt und die Abnahme der Agrarprodukte mit langfristigen Lieferverträgen. Außerdem bietet oder vermittelt Agrocel größtenteils kostenlose Beratungen und Schulungen. Die inzwischen einsetzende Rückwanderung von Familien aus Städten in die Region Kutch ist ein Indiz für den Erfolg des Projekts. Durch die nachhaltige Landwirtschaft wurde der Boden wieder fruchtbarer und die Erträge stiegen. Mehr als 2.000 Hektar Ackerfläche werden dort inzwischen mit der hocheffizienten Tröpfchenbewässerung urbar gemacht, was im Jahr etwa 1.800.000 Kubikmeter Wasser spart.

Ein Käufer der Bio-Baumwolle von Agrocel ist das Projekt Assisi im Süden Indiens. Die Organisation bemüht sich um die Förderung und Integration behinderter junger Frauen, die zusammen mit Menschen aus der Umgebung in der Textilfabrik des Projekts arbeiten und ausgebildet werden. Assisi beschäftigt etwa 300 Mitarbeiter, die Gesundheitsleistungen erhalten, über einen Monat bezahlten Jahresurlaub verfügen und denen ein von Assisi unterhaltener Fonds als Vorsorge dient. Zwischen 30 und 40 Prozent der Produktion des Betriebs gehen in den fairen Handel, wie nach Deutschland über die Organisation El Puente.