Von Wüste bis Regenwald: das Klima Westafrikas

Von Wüste bis Regenwald – das Klima Westafrikas

Wenn man Westafrika in südliche Richtung durchquert, kann man verschiedene Klimagürtel mit ihrer ganz eigenen Pflanzen- und Tierwelt bewundern: im Norden liegt die scheinbar endlose Sahara, an die sich eine Dornen- und dann eine Baumsavanne anschließen. Der Süden Westafrikas ist das ganze Gegenteil des trocknen Nordens: am Küstenstreifen sprießt das Grün denn er ist von tropischem Regenwald geprägt. Solche idealen Bedingungen für das Leben herrschen in der heißesten und größten Wüste der Erde nicht. In der Sahara, die fast so riesig wie Europa ist, kann die Temperatur an einem einzigen Tag um 50 Grad schwanken. Menschen, die der unwirtlichen Natur trotzen, besiedeln Oasen oder ziehen als Nomaden umher.

Wasser ist im nördlichen und mittleren Westafrika knapp und kostbar. Dort schmiegen sich die Siedlungen an Flüsse, den Lebensadern der Region. Die Ufer des mächtigsten Stroms Westafrikas, dem Niger, beheimaten 110 Millionen Menschen. Er entspringt in den regenreichen Tropen, schlängelt sich bogenförmig durch die trockene Sahelzone und mündet als Delta in den Golf von Guinea.
 

Wechselspiel der Winde

Aber Mensch und Natur sind auch auf Regen angewiesen. In den Wintermonaten fällt an manchen Orten Westafrikas kein Tropfen Niederschlag. Die Trockenzeit ist in den verschiedenen Klimazonen der Region unterschiedlich lang: Bewohner der malischen Dornenstrauchsavanne müssen acht Monate ohne Regen ausharren, während es in der Feuchtsavanne der Elfenbeinküste vier Monate sind.

In der trockenen Zeit des Jahres weht ein besonderer Wind: Der mächtige Harmattan ist ein Passat, der aus dem Nordosten der Sahara über Westafrika bläst. In der Wüste nimmt er Unmengen Staub auf und überzieht alles mit einer feinen Sandschicht. Manchmal verdunkelt der Wüstenwind für Tage den Himmel und Fluggesellschafen müssen ihre Maschinen am Boden lassen.

Lebenswichtig ist sein meteorologischer Gegenspieler: Der westafrikanische Monsun ist ein Passatwind, der über dem Atlantik entsteht und gegen den schwächer werdenden Harmattan am Ende der Trockenzeit anstürmt. Über dem Meer saugt der Monsun Wasser auf, das er als lebensspendende Fracht über Westafrika verliert.

Ohne diese Regengüsse wäre in vielen Gegenden kein Leben möglich. Ist der Monsun schwach oder bleibt er aus, erleiden Millionen Menschen Ernteausfälle, beklagen verendetes Vieh und bleiben hungrig. Forscher vermuten, dass die schwankende Stärke des Monsuns davon abhängt, wie kalt bestimmte Meeresströmungen sind. Doch abschließend erklärt sind die Zusammenhänge nicht, denn Passatwinde gehören zu den komplexesten Naturphänomenen überhaupt. Deswegen kann niemand mit Bestimmtheit vorhersagen, wie sich der Klimawandel auf den Monsun auswirken wird. Möglich ist, dass er schwächer wird oder sogar ganz verschwindet.