Mali

Mali: Nichtgelebte Demokratie

Als eines der ärmsten Länder der Welt kann Mali auf eine für afrikanische Verhältnisse vorbildliche Demokratie verweisen. Dazu gehören freie Wahlen, die in der Verfassung verankerte Rechtstaatlichkeit und Pressefreiheit. Dennoch ist die Demokratie in Mali nicht gefestigt: Staat und Bevölkerung sind sich sehr fern, im politisch stark zentralisierten Land fehlt es an Bürgernähe. Viele Einwohner sehen nicht ein, Steuern zu zahlen, weil sie durch immer wieder öffentlich werdende Korruptionsskandale kein Vertrauen in das redliche Handeln der Beamten haben. Vom unmittelbaren politischen Diskurs sind die meisten Malier ausgeschlossen, weil sie die Amtssprache Französisch nicht verstehen. So ist auch die Wahlbeteiligung sehr gering, bei den Parlamentswahlen 2007 gaben im ersten Wahlgang 33 Prozent der Berechtigten ihre Stimme ab, im zweiten Wahlgang waren es 25 Prozent.