Burkina Faso

Burkina Faso: Zu wenig für Baumwolle

Auf der Rangliste der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI), die von den Vereinten Nationen erstellt wird, bildet das bevölkerungsreiche Burkina Faso beinahe das Schlusslicht. Nur den Menschen in Sierra Leone geht es dem HDI nach schlechter. Rechnerisch verdient ein Burkiner 508 US-Dollar jährlich.

Das schwach industrialisierte Burkina Faso hat natürliche Nachteile, so ist das Land vom Meer abgeschnitten und verfügt über wenige Ressourcen. Neun von zehn Bewohner versuchen, sich mit Ackerbau und Viehhaltung selbst zu versorgen, doch oft werden Ernten und Nutztiere in Dürreperioden dezimiert. Unter den Menschen, die nicht genug zu essen haben, sind zahlreiche Kinder: Etwa 38 Prozent der Kleinkinder in Burkina Faso sind unterernährt.

Das wichtigste Exportgut Baumwolle verschlimmert die Lage der Bevölkerung noch. Einige Industrie- und Schwellenländer drücken den Baumwollpreis mit einer verfehlten Agrarpolitik seit Jahren massiv nach unten. Wenn sie ihre Baumwollernte verkaufen, stellen viele der bitterarmen Bauern in Burkina Faso fest, dass die geringen Einnahmen nicht einmal die Herstellungskosten decken. Aber die betroffenen Länder Westafrikas nehmen die rücksichtslosen Baumwollsubventionen nicht mehr widerspruchslos hin: Burkina Faso, Mali, Niger und Tschad setzten sich bei der Welthandelsorganisation dagegen ein – bislang ohne Erfolg.