Jugend

Jugend ohne Zukunft

Chronisch unterfinanzierte Bildungssysteme mindern die Chance junger Westafrikaner auf eine bessere Zukunft. In Burkina Faso brauchen Schulkinder für die sechsjährige Grundschule im Schnitt zwölf Jahre. Es besteht dringender Handlungsbedarf, denn westafrikanische Gesellschaften haben ein junges Gesicht: mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist nicht älter als 25 Jahre.

Doch die Arbeitsmärkte können mit den jungen Menschen kaum etwas anfangen und selbst gut Gebildete haben oft keine Aussicht auf einen Job. Großstädte sind die Sammelbecken für zahllose Jugendliche, die keinen Platz in der Gesellschaft finden. Auch die letzte Hoffnung auf die traditionelle Unterstützung durch ältere Familienmitglieder zerschlägt sich für die meisten: von dem wachsenden Heer bedürftiger Junger sind viele Ältere längst überfordert.

Die an den Rand gedrängte, auch von der Politik weitgehend marginalisierte Jugend gleicht einer Zeitbombe, die die zerbrechlichen Demokratien Westafrikas sprengen könnte. Es gilt als erwiesen, dass Länder mit einer hohen Rate junger Arbeitssuchender anfälliger sind für Bürgerkriege. In Ghana klinken sich desillusionierte Teenager und junge Erwachsene auf verschiedene Arten aus der Gesellschaft aus: Als Landflüchtlinge brechen sie mit starren familiären Strukturen, mit dem Eintritt in Wunderkirchen fliehen sie in die Spiritualität oder sie tauchen ab, indem sie sich kriminellen Gangs anschließen oder bei Rebellengruppen anheuern.