Viele Krankheiten, wenige Ärzte

Viele Krankheiten, wenig Ärzte

Klima und hygienische Bedingungen in Westafrika begünstigen die Ausbreitung von Krankheiten, wie Malaria, Hepatitis, Meningitits oder Tuberkulose, die zahlreiche Todesopfer finden. Doch die Gesundheitssysteme Westafrikas sind desolat und das Netz an Ärzten ist weitmaschig. Viele Erkrankte vegetieren ohne angemessene medizinische Hilfe dahin und können nicht mehr zur Haushaltsversorgung beitragen.

Auch in Westafrika verbreitet sich AIDS: Die Immunschwächekrankheit wurde vor allem von Wanderarbeitern aus südlicheren Regionen eingeschleppt und von Prostituierten gestreut. Verglichen mit dem Süden Afrikas sind im Westen aber weit weniger Menschen mit HIV infiziert – zwischen 0,5 und fünf Prozent der Bevölkerung. Aufklärungskampagnen scheinen zu bewirken, dass die Verbreitung des Virus in westafrikanischen Ländern stagniert oder sogar rückläufig ist. 

Generika und Fälschungen
Auf Generika – die Nachahmungen teurer Originalmedikamente – sind kranke Menschen in Afrika angewiesen. Pharmazeutische Fabriken in zumeist Schwellenländern stellen die preiswerteren Kopien der kostspieligen Originale aber nicht im ausreichenden Maß her. Die Unterversorgung mit erschwinglicher Medizin lädt zum kriminellen Geschäft mit Generika und Fälschungen ein, bei dem die Mittel oft in dubiosen Labors zusammengepanscht werden. Die Medikamentenimitate der mafiaartig organisierten Produktpiraten können wirkungslos sein oder Stoffe enthalten, die krank machen oder das Leiden verschlimmern, das sie eigentlich lindern sollten. Sogar Todesfälle können auf die Fälschungen zurückgeführt werden. Auf dem Land behilft man sich auch mit traditioneller Pflanzenheilkunde, die meist von Frauen bewahrt wird.