Fairer Kakao aus Ghana: Kuapa Kokoo Cocoa

Fairer Kakao aus Ghana: Kuapa Kokoo Cocoa

Die Genossenschaft Kuapa Kokoo ("Guter Kakao“) in Ghana ist unter anderem Partner von TransFair und El Puente. Sie organisiert überwiegend Bauern, die Kakao auf kleinen Flächen anbauen und jährlich etwa fünf bis sechs Säcke Kakao ernten.

Rund 45.000 Mitglieder beteiligen sich an der 1993 gegründeten Kuapa Kokoo Union (KKU). Bevor es sie gab, mussten die Bauern ihren Kakao zu ungewissen und niedrigen Preisen an staatliche Zwischenhändler verkaufen. Noch immer hält der ghanaische Staat ein von Korruption geprägtes Kakaomonopol. Allein der Zwischenhandel wurde Anfang der 90er Jahre liberalisiert, woraufhin die KKU als erste Organisation ihrer Art in Ghana entstand.

Wesentlich bessere Geschäftsabschlüsse als die staatlichen Zwischenhändlern kann die KKU nicht bieten, weil sie gezwungen ist, ihren Kakao weiterhin zu schlechten Preisen an den Staat abzugeben. Aber sie genießt ein Sonderrecht: Im Fairen Handel darf sie den Kakao direkt an die Exporteure verkaufen. Für diesen Kakao erzielt die Genossenschaft etwa 15 Prozent mehr Geld und kann allen Mitgliedern mehr auszahlen, obwohl der Anteil des Fairen Handels mit sieben bis acht Prozent an der Gesamtproduktion der Genossenschaft ausbaufähig ist.
 
Hinzu kommen die Fairtrade-Prämien, mit denen die KKU bereits den Bau von Brunnen, Schulen und Maismühlen finanzierte sowie Bildungsangebote. Außerdem entwickelt sich die Genossenschaft zu einer Vermarktungsorganisation, die sich eines Tages gegen das Staatsmonopol behaupten können soll. Besonderen Wert legten die Bauern in diesem Zusammenhang auf die Anschaffung eigener Waagen, denn von den staatlichen Wiegestellen fühlten sie sich allzu oft betrogen.

Im weltweiten Kakaogeschäft wird viel Geld verdient, allerdings nicht mit dem Rohstoff, sondern mit der Schokolade. Vom Preis einer handelsüblichen Tafel bekommen die Bauern nur einen Bruchteil (rund drei Cent). Aber unmittelbar in die Schokoladenherstellung zu expandieren, ist für sie aussichtslos – jedenfalls schien es lange Zeit so. Denn Kuapa Kokoo fand einen bemerkenswerten Weg, von der Wertschöpfung der Schokoladenherstellung zu profitieren: Als Hauptanteilseigner der 1997 in Großbritannien gegründeten Schokoladenfirma "Divine Chocolate Limited“ (damaliger Name: "Day Chocolate Company“) steht den Bauern in der KKU die Rendite aus dem Verkauf der "Divine Fairtrade“-Schokolade zu. Die Bauern halten heute 45 Prozent der Firmenanteile.