Baumwollproduzenten: Mali und Burkina Faso

Partnerkooperativen in Mali und Burkina Faso

Mali stellt von allen afrikanischen Ländern die meiste Baumwolle her und rund 40 Prozent der Menschen auf dem Land leben von der Naturfaser. In der Umgebung der Stadt Kita gibt es sehr viele Baumwollbauern. Von ihnen haben sich 169 in der Genossenschaft Dougourakoroni zusammengeschlossen, die im Fairen Handel Partner der Fairtrade Foundation ist.

Obwohl Baumwolle aus Kita wegen ihrer guten Qualität gerühmt wird, bekommen die Bauern dafür kaum Geld. Wie überall in der Region besitzt auch in Kita kaum einer Geräte und die Felder werden überwiegend in Handarbeit bestellt. Dank des Fairen Handel besserte sich zumindest in Dougourakoroni manches: Auf den Äckern wachsen in Fruchtfolge neben Baumwolle auch Nutzpflanzen für den Eigenbedarf – Hirse, Mais und Erdnüsse. Wobei die Bauern der verschwenderischen künstlichen Bewässerung den nachhaltigen Regenfeldbau vorziehen.

Für jedes Kilo Baumwolle bekommen sie 36 statt 24 Cent, hinzu kommt die Fairtrade-Prämie von fünf Cent für den Gemeinschaftstopf. Ihre erste Prämie investierte die Kooperative in den Bau einer Schule, denn früher wurden die Kinder unter einem Baum unterrichtet und bei schlechtem Wetter fiel der Unterricht aus. Dann errichteten die Bauern trockene und sichere Lagerhäuser für die Baumwollernte. Die Liste der geplanten Vorhaben ist noch lang und umfasst Brunnen für sauberes Wasser, eine Gesundheitsstation, eine Seifenfabrik, die Anschaffung landwirtschaftlichen Geräts und die Ausweitung des Maisanbaus für die Selbstversorgung. Insgesamt waren im Jahr 2005/2006 etwa 10.000 malische Baumwollbauern im Fairen Handel organisiert und erwirtschafteten 70 Prozent mehr Geld als sie am herkömmlichen Markt bekommen hätten.

Auch in Burkina Faso produzieren Kleinbauern Baumwolle für den Fairen Handel. Die vier Jahre alte Gruppe Yanduanma ist ein Partner von TransFair und hat die Umstellung auf den kontrolliert biologischen Anbau schon geschafft. Darüber sind die 13 Mitglieder sehr froh, denn nun bekommen sie die Mehrerlöse aus dem Fairen Handel und aus dem Verkauf von Bio-Baumwolle. Je Kilo erhalten sie 41 Cent plus zehn Prozent Bio-Aufschlag plus fünf Cent gemeinschaftliche Fairtrade-Prämie gegenüber 22 Cent im konventionellen Handel. Die gemeinnützige Prämie gab Yanduanma bisher für eine Schulkantine und die Reparatur der dörflichen Wasserpumpe aus. Demnächst soll eine Geburtenstation eingerichtet werden, wo die Frauen ihre Babys sicher zur Welt bringen können.