Fairer Hibiskus aus Burkina Faso

Fairer Hibiskus aus Burkina Faso

Hibiskustee ist in Nord- und Westafrika ein sehr beliebtes Getränk. Mit seinem säuerlichen, preiselbeerartigen Geschmack löscht er kalt genossen hervorragend den Durst. Auch warm bereitet der fruchtige Aufguss Gaumenfreuden und die getrockneten Blütenkelche des Malvengewächses aus dem Fairem Handel sind im Westen immer gefragter. In Burkina Faso profitieren davon vor allem Frauen und bauen Bio-Hibiskus zum Beispiel für El Puente an.

Die Felder der Hibiskus-Bäuerinnen sind etwa 230 Kilometer von der Hauptstadt Ouagadougou entfernt und liegen in sechs Provinzen in der Nähe des Dorfes Dedougou. Unter dem Dach einer Genossenschaft mit dem stolzen Namen "Union des Groupements Villageois de la Boucle du Mouhoun“ arbeiten rund 66 Dorfgruppen mit mehr als 4.300 Mitgliedern demokratisch organisiert zusammen. Sie bauen viele verschiedene Feldfrüchte an und dazu gehört auch Hibiskus. Die Kultivierung der rötlichen, sonnenhungrigen Pflanze ist reine Frauensache, die Feldabschnitte dafür wurden den Bäuerinnen von ihren Ehemännern zugeteilt. Seit Lagerhäuser gebaut wurden, in denen nicht verkaufte Blüten sicher aufbewahrt werden können, muss die Ernte bei Nachfrageschwankungen nicht verloren gegeben werden.

Von der Genossenschaft bekommen die Frauen das Saatgut, Säcke und Vorrichtungen zum Trocknen der Blüten. Auch der deutsche Teehändler Oasis führt die Hibiskusblüten der Genossenschaft. Bevor der Händler die Blüten auf den deutschen Markt bringen konnte, musste ihre Qualität verbessert werden. Besonders wichtig war die strikte Umstellung auf den ökologischen Anbau. Doch damit war es nicht getan: Früher legten die Frauen die Kelche zum Trocknen auf den Boden, deswegen waren sie sandig und blieben teilweise feucht. Heute werden die Blüten auf feinmaschigen Netzen getrocknet, die in Hüfthöhe auf simple Holzrahmen gespannt sind. So ist die Arbeit für die Frauen bequemer, die Blüten bleiben frei von Sand, sind leicht zu wenden und trocknen von allen Seiten gut durch.