Film

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In Mali entstanden bereits sehr erfolgreiche Filme. Werke von Cheik Oumar Sissoko und Soulemane Cissé wurden innerhalb und außerhalb Afrikas mit Preisen geehrt. Der Streifen "Yeelen“ ("Das Licht“) von Cissé errang als erster afrikanischer Film 1987 eine Auszeichnung auf dem weltgrößten Filmfestival in Cannes. Doch selbst an der Croisette hat man zur Festivaleröffnung noch keinen Menschenauflauf erlebt wie bei der Eröffnungsfeier des wichtigsten afrikanischen Filmfestivals FESPACO in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos: Wenn dort die Lichtspiele anlaufen, füllen 50.000 Menschen die Ränge eines Sportstadions. Am Ende jeden Februars steht Ouagadougou eine Woche lang im Zeichen des Films und beherbergt Gäste aus vielen Ländern Afrikas.

Obwohl afrikanische Produktionen beliebt sind, flimmern in zahlreichen Kinos indische oder amerikanische Streifen, weil sie billig sind. Doch die heimische Filmindustrie wächst. In Nigeria bildete sich in Lagos eine Film- und Fernsehhochburg, die in Anspielung auf Holly- und Bollywood eingängig Nollywood genannt wird. Mit meist "low budget“ oder "no budget“ entstanden noch vor wenigen Jahren etwa 2.000 Filme jährlich bis die Regierung diesen gewaltigen Output auf 15 Filme monatlich herunterregulierte.

Das Erfolgsgeheimnis der Videostreifen aus Nollywood ist ihre Heimatbezogenheit. In den Seifenopern, Komödien, Action- und Gruselfilmen werden lokale Sprachen gesprochen. Viele afrikanische Filme führen ihrem Publikum den eigenen Traum vom sorglosen Leben in Wohlstand vor. Aber es gibt auch ernste Werke, in denen die konkreten Probleme der Menschen künstlerisch aufgearbeitet werden. Vaterfigur des panafrikanischen Kinos ist der Senegalese Ousmane Sembène, der sich als "Intellektueller des Volkes“ sah und den Film als Medium, um komplizierte Dinge einfühlsam und verständlich zu beschreiben. Sein sehr erfolgreicher sozialrealistischer Ansatz inspiriert viele junge afrikanische Filmemacher.